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TV-WERBUNG (Tarife in EURO)

           
Bilder: NETSCHOOL
 

Am Ende eines Werbeblocks erinnern sich nicht einmal 10 % der Zuseher an die beworbenen Marken (Studie Nielsen Media). Trotzdem ist das Fernsehen knapp hinter den Printmedien der zweitwichtigste Werbeträger. WAL-MART, das größte Handelsunternehmen der Welt, bewirbt seine Produkte über eine eigene TV-Station, deren Programm monatlich von 100 Millionen Sehern konsumiert wird.

Die vier größten US-TV-Sender und elf große Markenhersteller (Coca-Cola, Johnson & Johnson, Procter & Gamble, ...) gründeten 1999 das Family Friendly Program Forum (FFPF). Die Markenartikler finanzieren das Hauptabendprogramm, dafür werden als Gegenleistung in den Werbeeinschaltungen zwischen 20:00 und 22:00 Uhr ausschließlich ihre Produkte beworben.

Den folgenden Tabellen kann man die Kosten pro Sekunde (zuzüglich Abgaben und Steuern) für die Ausstrahlung eines Werbespots zu einer bestimmten Sendezeit entnehmen. Es sind alle in Österreich zu empfangenden TV-Sender angeführt.

Je mehr Seher eine Sendung verfolgen, desto größer ist ihre REICHWEITE (angegeben in %).  Diese Angaben liefert der Teletest (siehe Media-Analyse). Würden alle Österreicher zur gleichen Zeit eine bestimmte Sendung ansehen, dann hätte diese eine Reichweite von 100 %.

Die Preise sind nicht nur nach Tageszeit unterschiedlich sondern auch vom Wochentag und dem Kalendermonat (Sommermonate billig; November, Dezember teuer) abhängig.

Die "teuerste" Werbezeit ist jene in den Werbeblöcken vor Beginn der ZIB1 und dem Beginn der Wettervorhersage. In diesem Zeitraum sehen zwischen 16,4 % und 20,5 % aller Österreicher die Werbung. Diese beiden Werbeblöcke sind "durchgeschaltet", d. h. man erreicht die Seher von FS1 und FS2.

Damit den Käufern von Werbezeiten der Preisschock nicht sofort das Bewusstsein raubt, werden sie mit der Nennung des viel niedlicher aussehenden TKP (Tausend-Kontakt-Preis)  - auch genannt 1000-Seher-Kosten - eingelullt.

Den erhält man, wenn man die Sendekosten durch die Anzahl der Seher dividiert und mit 1000 multipliziert. Erreicht man in einem Werbeblock 317.000 Seher und bezahlt dafür einen Sekundentarif von 140,-- €, sind für 30 Sekunden Werbezeit 140,-- mal 30 = 4.200,-- € netto zu bezahlen.

Den TKP errechnet man so:   4.200,-- : 317.000 x 1000 = 13,25

Darf man am Ende eines Werbespots noch sagen: "Die folgende Sendung widmet Ihnen XY, der Achselschweißkiller" kostet das einen Aufschlag von 20 %.

Wer seinen Werbespot an einer bestimmten Stelle des Werbeblocks gesendet haben möchte, muss für diesen Sonderwunsch einen Aufschlag von 15 % akzeptieren. Dauert eine Werbeeinschaltung nur 5 Sekunden, verteuert das die Sache um 50 %, dauert sie 10 Sekunden, beträgt der Aufschlag 25 %.

Den österreichischen TV-Werbekuchen muss sich der ORF mit den Sendern der deutschen Bertelsmann-Gruppe (RTL, RTL II, Super RTL, VOX, n-tv), der zum Springerkonzern (besitzt die Printmedien "Bild", "Die Welt", "Hörzu") gehörenden ProSieben-Sat1-Gruppe (Pro7, SAT1, Kabel 1, N24) und ATV+ teilen

 
In den folgenden Tabellen sehen Sie ein paar Tarifbeispiele (Stand 10/08, zuzüglich Abgaben + Steuern, Irrtum vorbehalten). Alle ORF-Werbetarife gibt es unter enterprise.orf.at

           
Bilder: NETSCHOOL

Werbeblock-Preise 2009 / ORF 1

Werbeblock Sendezeit Tag Jul Nov
Jugend 15:55 So 50 100
Sport 17:55 So 95 195
Sitcom 19:08 So 80 140
ZIB 20 19:54 So 100 140
Generalansage 20:07 So 140 255

 

Werbeblock-Preise 2009 / ORF 2

Werbeblock Sendezeit Tag Jul Nov
Boulevard 17:05 So 60 60
Vorabend 18:25 So 45 60
ZIB exklusiv 19:29 So 195 330
Wetter 19:47 So 310 500

 

Der österreichische Privatsender ATV+ hat die Preise für seine Werbeleisten in 60 Tarifgruppen gegliedert. Für Werbezeiten in der Tarifgruppe 01 sind 0,5 € pro Sekunde zu bezahlen, in der teuersten Kategorie (= Tarifgruppe 60) werden 110 € berechnet.
Die folgende Tabelle enthält Preisbeispiele. Irrtum vorbehalten Alle Tarife auf der ATV-Website www.atvplus.at 

 

ATV+   Werbetarife 2008

Monat Sendezeit Tag Tarifgruppe Euro/sec
Dezember 13:45 Mo 09 4,5
Dezember 13:45 So 13 6,5
Mai 13:45 Mo 08 4,0
Mai 13:45 So 16 9,0
August 19:35 Mo 21 14,0
August 19:35 Sa 20 13,0
Oktober 19:35 Mo 27 20,0
Oktober 19:35 Sa 27 20,0

           
Bilder: netschool
 

Spots in den Österreich-Werbefenstern der deutschen Privatsender Kabel1, Pro7, SAT1 und PULS-TV können über die Agentur sevenonemedia (www.sevenonemedia.at) gebucht werden. Dort können auch sämtliche Werbetarife eingesehen werden.
Preisbeispiele: (€ pro Sekunde, exkl. Abgaben und Steuern) Irrtum vorbehalten

 

Werbeblock-Preise 2008 / Pro7

Tag Zeit Juli Okt.
Montag 16:45 5,00 8,25
Samstag 16:45 3,00 5,00
Dienstag 19:55 14,50 24,50
Sonntag 19:55 12,75 21,50

 

Werbeblock-Preise 2008 / SAT1

Tag Zeit Aug. Nov.
Mo - Fr 15:40 7,00 11,75
Samstag 15:40 5,75 9,75
Mo - Fr 19:00 7,25 12,25

 

Werbeblock-Preise 2008 / Kabel1

Tag Zeit Jän. April
Freitag 15:45 2,00 3,50
Samstag 16:40 2,00 3,50
Sonntag 21:45 9,75 17,00
Dienstag 21:45 12,00 20,75

 

Spots in den Österreich-Werbefenstern der deutschen Privatsender RTL, RTL II, VOX und im österreichischen Wetterkanal TW1 sind über die Agentur IPA-PLUS (www.ipa-plus.at) zu buchen. Dort können auch sämtliche Werbetarife eingesehen werden.
Preisbeispiele: (€ pro Sekunde, exkl. Abgaben und Steuern) Irrtum vorbehalten

 

Werbeblock-Preise 2008 / RTL

Tag Zeit April Juni
Sonntag 18:30 23,90 18,00
Dienstag 13:20 7,80 5,80

 

Werbeblock-Preise 2008 / RTL II

Tag Zeit Jan. Nov.
Mittwoch 17:40 5,50 7,80
Donnerstag 21:50 2,60 3,60

 

Werbeblock-Preise 2008 / VOX

Tag Zeit Juli Okt.
Samstag 19:25 8,00 13,70
Montag 20:30 18,40 31,50

 

Werbeblock-Preise 2008 / S-RTL

Tag Zeit Juli Okt.
Dienstag 19:57 8,40 14,40
Samstag 21:05 4,60 7,90

 

"Sondertarife" wurden für jene Werbespots verlangt, die im Umfeld der ersten deutschen Kanzlerkandidaten-Diskussion am 25. August 2002 geschaltet wurden. 17 Millionen Zuseher sahen sich die Sendung auf RTL und 12 Millionen auf SAT1 an. Ein 30-Sekunden-Spot am Beginn der Übertragung kostete 48.240.- Euro.
Zum Vergleich: Im Umfeld der "Millionenshow" von Günther Jauch zahlt man dafür lächerliche 28.350.- Euro.

Nach oben scheint es keine Grenzen zu geben: 30 Sekunden zur besten Sendezeit in ORF1 strapazieren das Werbebudget mit rund 18.000 Euro, die gleiche Zeit bei Jauch´s Millionenshow kostet um 10.000 Euro und bei der Kanzlerkandidaten-Debatte um 30.000 Euro mehr.
Am 6. Mai 2004 wurde im US-Sender NBC die letzte Folge der Sitcom "Friends" ausgestrahlt. Für 30-Sekunden-Werbezeit in den Werbepausen dieser Sendung waren 2 Millionen Euro zu berappen. 111 mal mehr als der ORF verlangt, allerdings wurde die Sendung in über 30 Millionen Haushalten gesehen.
Knapp drei Jahre später, am 4. Feber 2007, durften Unternehmen für die Ausstrahlung ihres 30-Sekunden-Spots im Umfeld der Superbowl (Finale der US-Football-Liga NFL) 2,6 Mio. Dollar auf den Tisch legen.
Geradezu verschleudert wurden die 30! Werbe-Minuten am 29. Oktober 2008, zur besten Sendezeit, vor der Ausstrahlung eines wichtigen Baseballspiels auf CBS, Fox und NBC. Sechs Tage vor der Präsidentschaftswahl warb  Barack Obama in eigener Sache. Geschätzte Gesamtkosten für die Sendezeit max. 4 Mio. Dollar.

30-Sekunden während der Übertragung ein Spieles der Fußball-WM 2006 kosteten bei der ARD zwischen 6.600 und 320.400 €.
Bei der Fußball-EM 2008 war es billiger: 18.000 bis 120.750 €.

Die Werbeeinnahmen des ORF 1+2 betrugen 2004 brutto (d. h. inkl. Agenturprovisionen und Preisnachlässen) 358 Millionen Euro, das entspricht netto 233,5 Millionen Euro. Für 2005 waren 292 Millionen budgetiert.
Gesamteinnahmen des ORF (TV + Hörfunk) aus Werbung: 301 Millionen Euro (2005)
Gesamteinnahmen des ORF aus Gebühren: 451 Millionen Euro (2005) - 459 Millionen Euro waren für 2006 budgetiert

 

545 Millionen Euro betrug der Gesamtwert der FERNSEHWERBUNG im Jahr 2006 (gegenüber 2005 eine Zunahme um 7 %).
Davon ORF 343 Millionen Euro (+ 7 Millionen), Private 202 Millionen Euro (+31 Millionen).  Quelle: Focus Media Research
Lt.ORF beliefen sich die Werbeinnahmen 2004 auf 312 Mio. € , 2005 auf 301 Mio. €, 2007 auf 300 Mio. € Quelle ORF-Enterprise
2006 nahm der ORF mit TV-Werbung netto (= reduziert um Rabatte + Provisionen) 224,21 Mio. €, 2007 220,2 Mio. € ein. 
Quelle ORF-Enterprise

Für FERNSEHWERBUNG wurden in Deutschland im Jahr 2007 netto 4,15 Mrd. Euro ausgegeben.  Quelle: ZAW
Für FERNSEHWERBUNG (inkl. Sponsoring) wurden in der Schweiz 2007: 410 Mio. Euro Quelle: Stiftung Werbestatistik Schweiz  ausgegeben.
In den USA flossen 2006 163 Mrd. $ in die Werbung (TV-Anteil 38 % = 52 Mrd. €), die Chinesen setzen voll auf Fernsehen (81 % bzw. 30 Mrd. € vom 48 Mrd. $ großen Gesamtkuchen), die Briten sind reservierter (TV-Anteil 28 % = 5,8 Mrd. € der Gesamtausgaben von 26 Mrd. $). Kurs:1 € =1,2 $ / Basis der Berechnungen: Länderstatistik der ZAW.

Der WAN-Jahresreport 2007 nannte folgende Zahlen: Anteil der Tagespresse am Werbemarkt 27,5 % (Anteil Zeitungen + Zeitschriften 40 %, Anteil Fernsehen 38 %).

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