WERBEN JINGLES SET-DESIGN PRODUCT PLACEMENT WERBETARIFE-TV WERBETARIFE-RADIO MARKENRECHT
Der WERBESPOT
| Ob TV-, Print-, Hörfunk- oder
Plakat-Kampagne, verantwortlich ist der Art
Director. Sie bzw. er entscheidet letztlich über jedes
Gestaltungselement (Layout, Bilder, Typographie, ...) und damit über
den endgültigen Gesamteindruck. Der Art Director trifft zwar die Entscheidung und trägt die Verantwortung, doch der Weg von der Idee zum Endergebnis ist das Produkt eines Teams von kreativen Spezialisten. Für die Story eine Spots werden im Team oft dutzende Inhalte und Handlungsabläufe angedacht. Entspricht endlich das Ergebnis allen Anforderungen beginnt die Realisierung der "Geschichte": Der Texter verfasst die Dialoge.Damit sich der Auftraggeber den Spot vorstellen kann, aber auch als eine Art "Kochrezept" für den Regisseur, wird ein Storyboard angefertigt. Ein Grafiker (Illustrator, Storyboarder) "beschreibt" je nach Dynamik der Handlung mit 10 bis 20 Zeichnungen (für einen 20-Sekunden-Spot) den Handlungsablauf, die Kamera-Einstellungen, Ausschnitte und Bewegungsabläufe. |
Storyboard von Ronald
PUTZKER
| Für diese Arbeit benötigt der Zeichner ungefähr zehn
Stunden und kommt dabei - als freier Mitarbeiter - auf einen Stundenlohn
zwischen 25,- und 70,- Euro. Wurde der Storyboarder
nicht direkt vom Art Director engagiert, sondern über eine
Agentur vermittelt, zwackt diese 30 Prozent vom Honorar als
Vermittlungsprovision ab. Storyboards werden auch für
Comic-TV-Spots (z. B. die RED-BULL-Spots) benötigt. Aus der
Comic-Filmgattung stammt auch der Begriff Storyboard.
Auf einer großen Tafel werden kleinen Zeichnungen über den
Szenenablauf angeordnet. Erst danach geht es an die Anfertigung der
Einzelbilder. Bei Spielfilmprojekten sind Storyboards ein wichtiges Marketinginstrument. Mit ihrer Hilfe kann potentiellen Finanziers das Projekt visuell besser präsentiert werden.
Für die Produktion eine TV-Werbespots kostet ein
professionelles Drehteam bestehend aus Regisseur, Kameramann,
Licht/Tonassistent pro Tag ab 2.000 Euro. |
|
| KMUs, deren Werbebudgets für einen Werbefilm mit üblichem Aufwand nicht reichen, finden auf der Website www.spotbox.de Musterspots und einen Angebotsrechner, mit dem sie einen "passenden" Spot in mehreren Varianten durchkalkulieren können. | |
|
Digital produzierte Fernsehspots sind auch in der Kinowerbung einsetzbar. Sie verursachen keine Kopierkosten, ihr Versand erfolgt mittels Datenleitung in die gebuchten Kinosäle.
310 Mio. € werden jährlich
auf dem deutschen Werbefilmmarkt umgesetzt. Mehr als
100 Mio. € entfallen auf die Branchenführer:
http://www.markenfilm.de/
In Österreich kürt das Gallup
Institut jährlich den impactstärksten TV-Spot.
Drehorte suchen und buchen: |
|
SET-DESIGN
| Bei Spots, Filmen oder TV-Serien, die in der
"Vergangenheit" bzw. in spezifischen Milieus spielen, muss auch das
Mobiliar, die Einrichtung, der Zeit entsprechen. Ebenso die Accessoirs und
die Utensilien des täglichen Bedarfs (Kosmetika, Lebensmittel,
Reinigungsmittel, Haushaltsgeräte,...). Bei der Finanzierung von
Spielfilmen lassen sich hier die Möglichkeiten des Product Placement
nutzen. Die Gestaltung des Sets muss zu den handelnden Personen passen und - bei TV-Serien, die über mehrere Jahre konzipiert sind - aktualisiert werden. Dafür verantwortlich sind die Set-Designer. |
Ohrwurm
und Klangteppich
| Filmmusik
unterstützt die Dramaturgie - man denke an „Der weiße Hai“, „Das
Boot“, „Psycho“ oder „2001 – Odyssee im Weltraum“. Am Erfolg
eines Werbespots hat die musikalische Untermalung großen Anteil. Die
„richtige“ Werbemelodie verschafft ihm erhöhte
Aufmerksamkeit. Sie muss den musikalischen Geschmack der Zielgruppe
treffen. Und zum Produkt bzw. der Werbebotschaft passen. Nach
dem Rezept: sanfte Klänge für sanfte Produkte, starke Rhythmen für
dynamische. Ein ähnlicher Transfer - für das Original allerdings weniger herabwürdigend - gelang der erfolgreichen ORF-Serie „Land der Berge“ (vom ORF inzwischen ebenso erfolgreich eingestellt). Ihre Kennmelodie war die mit einem Oscar ausgezeichnete Filmmusik zu „Chariots of Fire“ des griechischen Komponisten Vangelis. Passen Melodie und
Text eines erfolgreichen Songs zu einem Produkt, empfiehlt es sich für
das Unternehmen, die Rechte an beidem zu erwerben. Dieser Überlegung
folgte der Lebensmittel- und Kaffeeproduzent MEINL beim Kauf von Peter
Cornelius´ „Der
Kaffee ist fertig“. |
|
|
|
Es geht auch in die
andere Richtung: die Melodie eines Werbespots wird zum Schlager.
Come
on over have some fun
/ Dancing
in the morning sun.
/ Look
into the bright blue sky
/
Come and let your spirit fly.
So
lautete der Text von BACARDI FEELING, dem
Werbe-Hit des Jahres 1988. Gesungen von der hauptsächlich als
Background-Sängerin tätigen Amerikanerin Kate
Markowitz. Als erster, schon fünfzig Jahre vorher, schaffte der Jingle eines Hörfunk-Spots von Pepsi - Hits The Spot - den Weg in die Schlagerparade. |
| Der Markt ist riesig. Unzählige Werbepots, Rundfunk- und Fernsehsendungen brauchen klangliches Corporate Identity. Das kann ins Geld gehen. In den USA sind für einen zu Werbezwecken eingesetzten Pop-Song um die 100.000 Dollar zu bezahlen. Einen maßgefertigten Jingle gibt es um 15.000 Dollar. Selten arbeiten Songwriter in beiden Metiers. Roger Nichols war so eine Rarität. Er schrieb den erfolgreichsten Hit der Carpenters - We´ve Only Just Begun - und war gleichzeitig einer der erfolgreichsten Werbe-Jingle-Komponisten. In Österreich ist ein Jingle schon für 5.000,- bis 20.000,- Euro zu haben. 30 % erhält der Komponist, 70 % decken die Produktionskosten.Der Auftraggeber kann die Gesamtrechte erwerben. Kauft er nur die Rechte an der Komposition, muss er für jede Ausstrahlung Tantiemen zahlen. Es geht noch billiger: nicht mehr als 500,- Euro kosten Jingle-CDs mit deren Kauf man auch die Nutzungsrechte erwirbt, allerdings nicht exklusiv, denn jeder Käufer der CD darf die Melodien nutzen. Stationen, die ihre Programm rund um die Uhr ausstrahlen, benötigen für einen Sendetag ungefähr 200 Kennmelodien (Jingles), was sich mit etwa 140.000,- Euro zu Buche schlägt. Ein Jingle-Paket besteht aus dem Jingle (fünf bis zehn Sekunden mit Musik, Gesang oder gesprochenem Text), einem untermalenden Klangteppich oder "Musikbett" (Hintergrundmusik) und dem abschließenden Stinger (kann eine JINGLE-Wiederholung oder eine neue Melodie sein). JINGLES für Telefonanlagen empfangen die Anrufer mit Musik, Text oder einer Kombination aus diesen beide. Etwa 1.000,- Euro (ohne MWSt) sind dafür zu bezahlen. Ebenso wie Werbesprüche und Logos sind auch Sounds "schützbar". Der EuGH hat entschieden, dass ein in Takte gegliedertes Notensystem, welches einen Notenschlüssel, Noten und Pausenzeichen enthält, als Marke zugelassen werden kann (Urteil vom 27. 11. 2003 - C-283/01). Anlass war eine Klage der niederländischen Firma Shield Mark, der ein nationales Gericht die Registrierung von Klängen als nicht eintragbar beschieden hatte.Seither darf sich Shield Mark über den Besitz der Markenrechte an einer 200 Jahre alten, weltbekannten Beethoven-Schöpfung, genauer der ersten neun Töne von "Für Elise" freuen. In den Markenregistern sind Millionen Markenzeichen aber nur ein paar tausend Hörmarken eingetragen.Die wohl bekannteste gehört Microsoft und erklingt beim Hochfahren des Betriebssystems Windows. Ein firmeneigenes Tonstudio entwickelt für jede Windows-Version mehrere Töne, die von den Usern beliebigen Ereignissen zugeordnet werden können. Konkurrent Apple bietet seinen Nutzern den gleiche Service, natürlich mit hauseigenen Tonschöpfungen. Mehrere Monate dauert es, bis ein Klangmuster "passt", die Kosten können bis zu 100.000,- Euro betragen. |
|