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SPONSORING

Die heutige Sonntagsmesse widmet Ihnen: Bäckerei Gruber - Erzeugung von Oblaten und Gnadenbroten

 
Noch wird während der Messfeier der Klingelbeutel durch die schon sehr lichten Reihen der Gläubigen gereicht und nimmt die immer spärlicher werdenden Spendengelder auf. Doch vielleicht greift auch die Kirche einmal auf die finanziellen Wohltaten des Sponsorings zurück. Die Kunst, der Sport, das Sozialwesen, der Umweltschutz und der Bildungssektor haben diese Quelle bereits angezapft. 

Auch Gesundenuntersuchungen werden gesponsert. Allerdings nur für besondere Körper. Der spanische Fußballklub Real Madrid ließ sich den Fitnesstest seiner Neuerwerbung David Beckham von einer privaten Krankenversicherung sponsern und erhielt dafür 380.000 Euro. Damit war schon ein Prozent der an Manchester United zu entrichtenden Ablösesumme wieder herinnen.

 

Sport-, Kultur-, Umwelt- und Sozialprojekte, groß ist die Palette aus der potentielle Geldgeber wählen können.
In Deutschland wenden die Unternehmen ein Sechstel ihres Werbebudgets für Sponsoring auf. 4/5 setzen auf Sportsponsoring. Begünstigste Sportart ist Fußball (75 %), gefolgt von Handball (43 %) und Reiten (36 %)
3/4 der Firmen sponsern die Kultur, 60 % Soziales, 50 % Bildungsstätten. 2008 wurden in Deutschland 4,5 Mrd. € in Sponsoringaktivitäten investiert. Studien auf www.faspo.de und www.pleon.de

Auch in der Schweiz fließen eine Menge Franken in Sponsoringbudgets. Laut Schweizer Sponsoring-Barometer 2008/09 sind es 10,5 % des gesamten Werbevolumens von 5,86 Mrd. Franken (4 Mrd. €), also rund 600 Mio. CHF.
Beliebtester Sektor ist der Sport - 84 % der Sponsoren haben ihn auf der Empfängerliste - Eventmarketing (61 %), Kunst + Kultur (60 %), Soziales (44 %) und Umwelt (19 %) folgen.
 

Sogar in Sachen Pazifismus finden sich Spender. Als der Österreicher Andreas Siebenhofer mit seinem Motorgleiter, 2.000 Unterschriften im Gepäck, vor dem Petersdom aufsetzte, brachte ihn diese Aktion in die Schlagzeilen der internationalen Presse. 

In weiterer Folge gab es für ihn TV-Auftritte in mehreren Ländern. Immer groß im Bild: das Logo des Sponsors, der Investmentgesellschaft AMIS auf Siebenhofers Bekleidung. Mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand erreichte AMIS eine große Werbewirkung. Auch die Schiedsrichter und ihre Assistenten in der österreichischen Fußball-Bundesliga tragen auf den Ärmeln ihrer Dressen das AMIS-Logo. Man sagt, ein guter Schiedsrichter sei der, der nicht auffällt. Fein für den Werber, dann gilt die Aufmerksamkeit ihm.
Im Herbst 2005 kam AMIS ein wenig ins Schleudern. Anlegergelder in Millionenhöhe wurden "vermisst". Der Prozess folgte im Dezember 2007. Ein Härtefall auch für die Gesponserten.
Bis dahin betrug für Gesamtösterreich das geschätzte Sponsoring-Budget 250 Millionen Euro pro Jahr. Davon flossen 75 Prozent in den Sportsektor.

 

AMIS-Konkurrent QUADRIGA setzt auf Fußball und Autorennen. Als Hauptsponsor des sportlich erfolgreichen FC-Tirol platzierte QUADRIGA sein Firmenlogo, einen Stier, auf den Spielerdressen. Als der Verein 2002 wegen chronischer finanzieller Formschwäche dahin schied, blieb dem Fond-Verkäufer noch der FC-Pasching. Und mit dem Klub aus einer kleinen oberösterreichischen Gemeinde hatte der Bulle aufs richtige Pferd gesetzt. FC Superfund- (ein QUADRIGA-Produkt) Pasching behauptete sich erfolgreich, sowohl in der nationalen Meisterschaft, als auch in internationalen Bewerben (UI-Cup, UEFA-Cup).

 
Im internationalen Fußball betätigt sich Quadriga als Hauptsponsor des französischen Meisters und Champions-League-Gewinners AS Monaco, der das Superfund-Logo am Rücken der Dressen trägt.
  

Weit mehr investiert QUADRIGA in den Motorsport. Mit der "Formula Superfund" hat QUADRIGA im Jahr 2005 eine eigene Rennserie gestartet. Sie wird in Europa gefahren und umfasst zehn Rennen.
2004 wandte sich Quadriga als Hauptsponsor des Lipizzaner-Gastspiels in Schönbrunn auch der Kultur zu.
 

Niki Lauda, Thomas Muster und Herbert Prohaska werben einzeln und als Team im TV und in Printinseraten für die Quadriga-Fonds Superfund. Ob sie wohl das Kleingedruckte unter ihren Bildern auch gelesen haben? Ein Auszug:
.... Wertverluste zwischen 30-35% beim Superfund B können regelmäßig eintreten, aber auch darüber hinaus gehende Wertverluste sind bei allen Quadriga und Superfund Produkten ebenso möglich, wie ein Totalverlust des Kapitals.

In der italienischen Serie A engagiert sich das Casino Seefeld. Beim Spitzenklub AS Roma und drei weiteren Vereinen ist das Casino Seefeld auf der Bandenwerbung präsent. Die dafür investierten Sponsorbeträge bringen neben dem Casino das Land Tirol und die Gemeinde Seefeld auf. Grund: 1/3 der Casinobesucher kommen aus Italien.

Mit 360 Millionen Euro erwirtschaften die Clubs der deutschen Fußballbundesliga die höchsten Sponsoringeinnahmen in Europa. Quelle: Deloitte "Annual Review of Football Finance" 31/05/07
Europaweit erzielte die Bundesliga in der Saison 2007/08 im Verhältnis zur Anzahl der Vereine (18) mit 95,5
Mio. € die höchsten Einnahmen aus Trikotsponsering vor England (19!) mit 97,5 Mio. € und Italien (18) 71,8 Mio. €. Quelle: Studie der Kölner Agentur Sport + Markt

 

Auch die Salzburger Brauerei STIEGL fördert die Bundesliga, darüber hinaus sponsert sie mit rund 1 Million Euro den  ÖFB-Cup, der dafür seit 2003 STIEGL-Cup heißt. Das Finale wird immer in Salzburg ausgetragen.
Spitzenklubs der Fußball-Bundesliga bekommen von ihrem Hauptsponsor durchschnittlich 1,5 Millionen Euro pro Jahr, die Kleinen machen es darunter. 3,5 Millionen Euro pro Jahr soll es T-Mobile wert sein, damit sich die Bundesliga bis Ende Der Saison 07/08 als T-Mobile-Bundesliga präsentiert. 2005 forderten T-Mobile, die Casinos Austria und die Kronen-Zeitung eine Reduzierung ihrer Zahlungen an die Bundesliga bzw. an von ihnen gesponserte Vereine. Begründung: Ein Rückgang der Einschalt-Quoten habe einen Verlust an Werbewert - angeblich um 30 Prozent - nach sich gezogen. Nach kurzen Neuverhandlungen kam es zu einer Einigung, von den Vertragspartner als "Tarifanpassung" bezeichnet.
Für die Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 schloss die Bundesliga mit Tipp3 und T-Mobile gemeinsam eine Sponsorvereinbarung ab. Für die Saisonen Jahre brachte ihr das laut Pressemeldungen runde 6 Mio. €.
Die zweithöchste Spielklasse läuft unter der Bezeichnung ADEG Erste Liga, dem Namen ihres Hauptsponsors, der sich diese Ehre seit der Saison 08/09 gesichert hat.

Die beiden höchsten Spielklassen im spanischen Fußball, Primera Division + Liga adelante, dürfen sich über einen Dreijahresvertrag mit dem spanischen Geldinstitut Banco BBVA freuen. 60 Millionen € werden auf die Vereine verteilt. Klubs der ersten Liga erhalten 600.000 €/Jahr, jene der zweiten 360.000 €/Jahr.

 

Mit der Bekanntheit der Marke, im Sport also des Vereinsnamens, steigt natürlich der Werbewert. NIKE, der Hauptsponsor des weltweit wirtschaftlich erfolgreichsten Fußballklubs Manchester United, zahlt dafür in den nächsten 13 Jahren 303 Mio.  Pfund (Juventus Turin ist NIKE 13 Millionen Euro jährlich wert), Vodafon ließ für den Aufdruck seines Logos auf den United-Leibchen 30 Millionen Pfund in die Klubkassa fließen (2000 bis 2003), für den Zeitraum 2004 bis 2007 wurde ein Vertrag über 36 Millionen Pfund abgeschlossen, der  von Vodafon wegen ausbleibender sportlicher Erfolge mit Sommer 2006 aufgelöst wurde. Ersatz wurde mit dem weltweit größten Versicherungskonzern American International Group (AIG) gefunden, der gut 16 Mio. Pfund jährlich (seit 1. Juni 2006) für vier Jahre (gesamt 65,5 Millionen Pfund ) bezahlt(e). Obwohl die AIG im September 2008 vom Staat gerettet werden musste, versprach sie die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen. Budweiser, Pepsi, Wilkinson, Lycos.co.uk, Dimension Data und Fuji-Film bezahlen als so genannte Platin-Sponsoren ebenfalls bedeutende Beträge für die Nutzung des Global Brand Manchester United.
Die Bilanz des Geschäftsjahres (31. Juni 2005) erweist  ManU als Ausnahme im Reigen der umsatzstärksten europäischen Fußballvereine. Das zeigt sich auch in den Aktienkursen. Im Mai 2005 betrug der Börsenwert der 259,7 Millionen Aktien 790 Millionen
£ (1,16 Milliarden €).
Als Bruttogewinn verblieben 46 Mio.
£, 2004 waren es sogar 58 Mio. £.

 

Einnahmen der führenden europäischen Fußballvereine  in Mio. €
 

  2004/05 2005/06 2006/07 2007/08   2004/05 2005/06 2006/07 2007/08
Real Madrid 1. 270 1. 292 1. 351   Barcelona 6. 210 2. 259 3. 290  
Manchester U. 2. 250 4. 242 2. 340   Bayern M. 7. 195 8. 205 7. 226 287
AC Milan 3. 237 5. 238 6. 227   Liverpool 8. 183 10.176   8. 199  
Juventus Turin 4. 232 3. 251 12.145   Inter Mailand 9. 180  7. 206 9. 195  
Chelsea 5. 225 6. 220 4. 283   Arsenal 10. 174 9. 192 5. 264  
 Quelle: Deloitte/Internat. Presse

Real Madrid hat auch den stolzesten Schuldenberg. Ende 2007 waren es lt. Präsident Ramon Calderon 300 Mio. €. Außenstehende sprechen von 500 Mio. €
Malcolm Glazer, übertrug die Kredite, die er für den Erwerb von
Manchester United aufgenommen hatte, dem Verein. Daher war Manchester United
Ende 2007 mit >700 Millionen Pfund verschuldet.

 

Die Aktionäre der englischen Spitzenklubs sehen sich nicht als Sponsoren. Sie erwarten eine gute Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals.
Malcolm Glazer, laut Magazin "Forbes" einer der 300 reichsten Amerikaner, gehören 76,2 Prozent der Aktien  von Manchester United. Glazer engagiert sich einerseits in sozialen Bereichen, anderseits im Profisport. Seit 1995 besitzt er die Tampa Bay Buccaneers, den Super-Bowl-Sieger von 2003. 1998 hat er in Tampa für 200 Millionen Dollar ein neues Stadion errichten lassen. Für den Erwerb der Los Angeles Dodgers hat er erfolglos 450 Millionen Dollar geboten.
Seit 2005 besitzt Glazer den Verein, der Erwerb kostete ihn 790 Millionen Pfund (1,2 Milliarden Euro).
In den Kauf und die Entschuldung des FC Chelsea (2003) investierte der russische Milliardär Abramowitsch 140 Millionen Pfund, für den Kauf von 13 Spielern machte er zusätzliche 100 Millionen Pfund locker. Von 2003 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2005/06 (am 30. Juni 2006) beachtliche Verluste, die sich nach Agenturmeldungen auf rund 300  Millionen Pfund beliefen. Laut Handelsblatt (20. 2. 07) investierte Abramowitsch geschätzte 750 Millionen Euro in neue Spieler.
650 Millionen Euro kostete der FC Liverpool seine neuen amerikanischen Besitzer (George Gillet, Tom Hicks), knapp ein Viertel davon (inkl. Schulendeckung) musste der isländische Keksproduzent Björgolfur Gudmundsson für Westham United auf den Tisch legen. Eine Finanzgruppe aus Dubai bot 2007 für den FC Arsenal 450 Millionen Pfund, wurde aber vom US-Milliardär Stan Kroenke mit 500 Millionen Pfund überboten, bis schließlich die beiden Russen Alisher Usmanov und Farhad Moshiri zur Tat schritten und für 75 Millionen Pfund zuerst 14,6 Prozent und kurz darauf weitere 7 % und Stan Kroenke 12 % an Arsenal erwarben.
In die Aktienmehrheit an Manchester City investierte im März 2007 der ehemalige thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra 120 Mio. Euro und verkaufte sie im September 2008 an die ADUG (Abu Dhabi United Group for Development and Investment) für 185 Mio. Euro.
Newcastle United
war Herrn Mike Ashley  im Mai 2007 134 Mio. Pfund Kaufpreis und weitere 110 Mio. Pfund für die Schuldenabzahlung wert. Im Sep. 2008 begab er sich auf die Suche nach einem neuen Käufer.
Ebenfalls im Besitz ausländischer Investoren sind die Vereine Portsmouth (gehört dem Russen Alexandre Gaydamak), Fulham (Mohammed Al-Fayed), Birmingham (Carson Yeung unterbreitete ein Angebot) und Aston Villa (Randy Lerner).
20 Prozent der Aktien des Zweitligaklubs Queens Park Rangers gehören dem Inder Lakshmi Mittal. Flavio Briatore und Bernie Ecclestone besitzen ebenfalls Anteile.

Der FC Chelsea, für den ohnehin Geld aus scheinbar unversiegbarer russischer Quelle sprudelt, wird ab Beginn der Saison 05/06 auf seinen Trikots das SAMSUNG-Logo führen. Für einen Fünfjahresvertrag erhält der Klub vom koreanischen Elektronikhersteller 50 Millionen £. Ein 10-Jahres-Ausrüstervertrag mit Adidas bringt weitere 100 Millionen £ (10 Mio. / Jahr). 

100 Millionen Euro für fünf Jahre, dann 50 Millionen Euro für drei Jahre Logoplatzierung (ab Saisonbeginn 2006/07) auf den bisher werbefreien Dressen des FC Barcelona soll  bwin dem spanischen Meister geboten haben. Der hat dankend  abgelehnt. Dem AC Milan hat der Sportwetten-Anbieter für vier Jahre Dressenpräsenz angeblich 60 Millionen Euro bezahlt, der deutsche Bundesligaklub Werder Bremen soll als möglicher Partner in Betracht kommen.

Mit Beginn der Saison 2006/07 und bis 2010 sollte Real Madrid von BenQ Mobile 24 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Der Konkurs des Sponsors im Jänner 2007 beendete den Geldfluss schon nach wenigen Monaten.
Ein Vertrag mit dem libyschen Ölkonzern Tamoil sicherte Juventus Turin ab 2005 22 Millionen Euro jährlich für fünf Jahre.  Nach dem Zwangsabstieg der Turiner in die Serie B löste Tamoil die Vereinbarung mit Ende der Saison 2006/07 auf. Der Ausrüstervertrag mit Nike (ab 2002, Dauer zwölf Jahre, Gesamtbetrag 155 Millionen Euro) wurde 2006 von Nike in Nachverhandlungen revidiert.

 

Nach dem Gewinn des WM-Titels 1998 lukrierte Frankreichs Fußballverband jährlich 21 Millionen Euro an Sponsorengeldern. Nach dem EM-Sieg 2000 waren es schon 35 Millionen, 2004 bereits 40 Millionen. Dazu trugen im Jahr 2004 die Warenhauskette Carrefour 7 Millionen Euro und Adidas 4 Millionen Euro bei.
Drei Stars der Nationalmannschaft konnten besonders gut dotierte Privatsponsor-Verträge abschließen: Zinedine Zidane mit dem Nahrungsmittelkonzern Danone (für 11 Jahre!), Thierry Henry mit Coca Cola und Nike, Fabien Barthez mit McDonald´s.
  
Die Sponsoren der Fußball-EM 2004 ließen sich das Recht zur Verwendung des Euro-Logos insgesamt 150 Millionen Euro kosten. Außerdem dürfen sie sich auf ihren Werbeschaltungen als "OFFICIAL PARTNER" der EM bezeichnen.
Insgesamt erzielte die UEFA anlässlich der EM 2004 Einnahmen von 840 Millionen Euro (davon entfielen auf die weltweiten Medienrechte 552,6 Millionen Euro).
  
Zehn sorgfältig auserwählte Sponsoren - und damit noch weniger als 2004 - erhielten von der UEFA die Werberechte für die EM 2008:als global (Premium) Sponsoren BenQ, Castrol, Adidas, Continental, als Top-EM-Partner Coca Cola, Hyundai/Kia,  JVC, MasterCard, McDonald`s, Carlsberg. Dazu noch  je vier Unternehmen, welche sich die Verbände der beiden Veranstaltungsländer aussuchen dürfen und die für Kampagnen auf nationaler Ebene sämtliche Markenzeichen, Logos und grafische Elemente verwenden können, die für diese Veranstaltung stehen.
Fast 50 % der erwarteten 1,25 Mrd. € Einnahmen stammen aus europäischen TV-Rechten, den Rest sollen die 17 Sponsoring-Partner (370 Mio. €) und der Eintrittskartenverkauf (140 Mio. €) beisteuern.

Nationale Sponsoren Schweiz: UBS, Swisscom, FERRERO, Hublot Nationale Sponsoren Österreich: Telekom Austria, Post AG, UniCredit, Hublot
 

 

Eine am 2. Turniertag vom Marktforschungsinstitut TNS Emnid durchgeführte Studie ergab, dass 40 % der Befragten keinen EM-Sponsor nennen konnten. Als bekanntester EM-Sponsor erwies sich mit 27 % Coca Cola.

 

EURO 2008
Ambush-
Marketing

 

mit Augenmass und Hebelkraft...
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AMBUSH-MARKETING (Schmarotzer-Marketing)

Vom Image sportlicher Großanlässe wie Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften versuchen auch Trittbrettfahrer zu profitieren. Ohne selbst als Sponsor finanzielle oder materielle Beiträge zu leisten, bieten Unternehmen ihre Waren und Dienstleistungen unter Bezug auf die Veranstaltung an.
Wie links abgebildet, können sie sich dabei von Spezialisten beraten lassen.
 

Inserat in der NZZ vom 22. 1. 2008 S 8

Ambush-Marketing-Kampagnen während der Fußball EM 2008: Media-Markt, Inzersdorfer (witzige Werbung für die Dosenfertiggerichte z. B.  Ich habe fertig, ...), Ottakringer (Das inoffizielle Fan-Bier), Triumph (Werben mit Sex), Mars.
 


Plakatbild: NETSCHOOL

Nationalratswahlen sind zwar nicht so beliebt wie Sportveranstaltungen, ihre Kampagnen werden aber mit noch größerem Werbedruck geführt. Sie sind  daher idealer Anlass für Ambush-Aktivitäten. Noch dazu, weil eine juristische Gegenwehr nicht zu befürchten ist, da keine Markenrechte verletzt werden können.
Angelehnt an die Layouts der Parteiplakate anlässlich der NR-Wahl 2008 startete McDonalds Ende August eine 1-€-Cheeseburger-Aktion.
Wirkt besonders gut, wenn es neben einem "echten" klebt. siehe Bild oben links
Im Vorfeld der NR-Wahl 2006 gestaltete Baumax ein Plakat für die Liste Preis + Wert. Headline: Österreich wählt bauMax-x

 

VERZINSTE TORE: Mit der Bayern-Sparkarte und der Bayern-Mastercard kopierte die Hypo-Vereinsbank ein englisches Vorbild (Kooperation Manchester United mit der EBNA Europa Bank). Mit jedem zehnten Tor, das Bayern München schießt, steigt der Zinssatz um 0,1 %. Mit Meisterschaftsende fällt die Verzinsung wieder auf den Ausgangswert zurück. Gewinnt Bayern den Meistertitel, gibt es zusätzlich noch 5 % für die Dauer eines Monats.

Ein ähnliches Zinskonzept kreierte auch die Raiffeisenbank NÖ-Wien. Ihr "First-Vienna-Konto" verspricht mit jedem zehnten Heimspieltor des First Vienna Football Clubs eine Erhöhung des Basiszinssatzes (1,8 %) um 0,1 Prozent.

Die deutsche Postbank verknüpfte die Verzinsung ihres Anlageprodukts „Bonus-Volltreffer“ mit dem Abschneiden der Deutschen Fußballnationalmannschaft an der EM 2004.
Anlässlich der WM 2006 im eigenen Land brachte sie ein mit 6 % verzinstes Weltmeister-Zertifikat auf den Markt. Im Fall eines Titelgewinns der deutsche Nationalmannschaft sollte sich der Zinssatz im ersten Jahr auf 7 % erhöhen.

Die Volksbank Sindelfingen kombinierte Spiel mit Sparen. Wer ein Sparbuch mit einer Einlage von € 5.000,- eröffnete konnte auf den Aufstieg eines Teams tippen. Lag er richtig, wurde ihm ein Bonus zuerkannt, der für Außenseiter höher war, als für die Favoriten.

Die österreichische PSK brachte anlässlich der EM 2008 ein Fußballsparbuch auf den Markt. Garantierte 2 % Zinsen pro Jahr können sich zu 7 % aufplustern, wenn die Aktienkurse der 8 offiziellen + 4 nationalen Sponsoren  um acht oder mehr Prozent steigen UND während der EM mindestens 80 Tore (ohne Elfmeterschießen nach der Verlängerung) erzielt werden.
Der Kreditkartenanbieter PayLife gab eine Fußball MasterCard im Euro-Design aus, deren Besitzer Merchandising-Produkte zum Sonderpreis erwerben konnten und automatisch an einem Gewinnspiel teilnahmen.
Die Erste Bank bot unter dem Namen "Cordoba Garant II" ein Fußball-Zertifikat mit Kapitalschutz an, das die Aktien von 15 EM 2008 -Sponsoren in einem Topf enthielt. Sollte Österreich die Deutsche Nationalmannschaft im EM-Duell besiegen gäbe es zusätzlich einen 3-%-Bonus.
Die Landesbank Baden-Württemberg gab eine "Anleihe zur EM" heraus, die Bank Rhein-Ruhr das "EM-Festgeld", die Basler Kantonalbank ein "EM-Zertifikat", die Hypo Vereinsbank den "Championsbond".

Die Deutsche Telekom investiert im Jahr bis zu 20 Millionen Euro in das Team von Bayern München und bleibt bis mindestens 2010 Hauptsponsor.
Eine erwogene Übernahme der Namensrechte an der Deutschen Bundesliga durch die Deutsche Telekom für zwei Saisonen (ab 2007/08) um kolportierte 50 Millionen Euro kam nicht zustande. Das TK-Logo auf den Trikotärmeln aller Bundesligaspieler ist der Telekom angeblich 5 Millionen Euro pro Jahr wert.
Geschätzte 105 Millionen Euro investierten Sponsoren in der Bundesliga-Saison 08/09 in die Trikotwerbung.
Der Hauptsponsor des HSV, die dubaische Fluggesellschaft Fly Emirates, lässt sich seinen Schriftzug auf den Leibchen der Spieler geschätzte 7,5
Mio. € / Jahr (für den Zeitraum bis 2012) kosten.

Die Namensrechte an den Stadien bringen ebenfalls Sponsorgelder. In der Allianz-Arena spielen Bayern-München und 1860, bis 2007 trug der Hamburger SV seine Heimspiele in der AOL-Arena (es gab 18 Mio. Euro für fünf Jahre) aus, seit Juni 2007 heißt das Stadion HSH Nordbank Arena (bringt für sechs Jahre 25 Mio. Euro), es gibt die Commerzbank-Arena (Frankfurt), die AWD-Arena (Hannover), den Signal Iduna Park (Dortmund), das easyCredit-Stadion (Nürnberg). Arsenal London spielt in Zukunft im Emirates Stadion und erhält dafür über einen Zeitraum von 10 Jahren von Fly Emirates 145 Millionen Euro.

Neben den NIKE-Geldern (s. o.) erhält Juventus Turin 65 Millionen Euro pro Jahr vom Pay-TV-Sender SKY, knapp 11 Millionen Euro jährlich vom Berlusconi-Sender MEDIASET und 10 Millionen Euro / Jahr für ausländische Übertragungsrechte.
Die exklusiven digitalen Fernseh-Übertragungsrechte von 2007 bis 2009 waren MEDIASET 248 Millionen Euro wert. Allerdings nur bis zur Versetzung der Juve in die zweite Leitungsklasse. Nachverhandlungen führten Ende 2006 zu einer Reduzierung der ursprüngliche zugesagten Beträge.
Internazionale Mailand musste sich mit mit 210 Millionen Euro begnügen.

Bayern München erhält 28 Millionen Euro / Jahr TV-Gelder, Werder Bremen 26 Millionen Euro / Jahr, der HSV 24 Millionen Quelle: Ernst & Young

Real Madrid kassiert vom Sender Sogecable bis 2008 55 Millionen Euro / Jahr, danach für einen Zeitraum von sieben Jahren 1,1 Milliarden Euro (157 Millionen Euro / Jahr) vom Unternehmen Mediapro (Vertragsabschluss im November 2006). Der FC Barcelona machte es billiger. Er schloss im Sommer 2006 mit  Mediapro einen Vertrag über 105 Millionen Euro / Jahr ab.

Hätte alleine der Betrag den Ausschlag gegeben, wäre ab 2011 nicht mehr ADIDAS sondern NIKE Ausstatter der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Für eine Vertragsdauer von acht Jahren hatte NIKE 480 Mio. Euro +100 Mio. Euro (je 50 Mio. für das Zustandekommen des Vertrags und für das Damennationalteam). Damit stellte der US-Konzern das Angebot von ADIDAS weit in den Schatten, den Zuschlag bekam aber trotzdem ADIDAS. Der deutsche Sportartikelerzeu-ger zahlt ab 2011 und bis 2018 25 Mio. Euro pro Jahr.

 

Der Weltfußballverband FIFA beziffert seine Einnahmen anlässlich der WM 2006 mit 1 Milliarde Euro aus den TV-Rechten und 580 Millionen Euro aus Marketing-Rechten.
Mit Coca-Cola, Sponsoring-Partner seit 1950, hat die FIFA einen Vertrag bis 2022. Der Getränkekonzern ist gemeinsam mit Anheuser-Busch, Avaya, Adidas, Continental, Deutsche Telekom, Fly Emirates, Fuji Film, Gillette, Hyundai, Master Card, McDonalds, Philips, Toshiba und Yahoo einer der fünfzehn Weltpartner (Hauptsponsoren). Sechs nationale Partner (Deutsche Bahn, EnBW, Hamburg-Mannheimer, Obi, Oddset, Postbank) zahlen ebenfalls in den FIFA-Topf.
2007 schied Master Card aus der exklusiven Gruppe der sechs Premium-Sponsoren aus (in einem Vergleich zahlte die FIFA 90 Mio. $ an Master Card) und wurde durch den Konkurrenten Visa ersetzt, der sich diese Ehre bis zum Jahr 2014 angeblich 170 Mio. Dollar kosten ließ. Die anderen fünf sind: Adidas, Coca-Cola, Emirates Airlines, Hyundai, Visa, Sony.
Mehr als 3 Mrd. Euro bringt die WM 2010 der FIFA an Sponsoreinnahmen von ihren Partnern der Kategorie 1 (Adidas, Coca-Cola, Emirates Airlines, Hyundai, Sony und dem südafrikanischen Mobilfunker MTN), 2 (Master Card und McDonalds) und 3 (sechs südafrikanische Unternehmen).

Die UEFA (Europäischer Fußballverband) hat die europäischen Fernsehrechte für die EM 2008 an die Agentur SPORTFIVE für 600 Mio. Euro abgetreten.
Nach Brancheninformationen bezahlten ARD + ZDF für die Übertragungsrechte von 27 der insgesamt 31 Spiele der Fußball-EM 2008 115 Mio. Euro. Die beiden Sender machten dazu keine Angaben. Der ORF zahlte 10 Mio. Euro, BBC Sport + ITV Sport (GB) 55 Mio. Euro.
Den französischen Privatkanälen TF 1 und M 6 waren die Rechte gemeinsam 130 Mio. Euro wert.

Für die Ausstrahlungsrechte von 17 Champions-League-Spitzenspielen und 29 UEFA-Cup-Partien pro Saison ab 2008/09 bis 2011/2012 überwiesen SAT 1 + Premiere geschätzte 80 Mio. Euro an den Europäischen Fußballverband.

 

Die nationalen Fußballverbände lassen sich die TV-Übertragungsrechte teuer abkaufen:

Die französische Ligue 1 kassierte  bis 2007/08 vom Pay-TV-Sender Canal Plus pro Saison 650 Mio. Euro. Für die nächsten drei Saisonen gab es jeweils 668 Mio. Euro. Canal Plus 460 Mio., Orange 208 Mio.

Englands Premier League erhält ab der Saison 2007/08 in den folgenden drei Jahren von BSkyB pro Saison 650 Millionen Euro und vom irischen Kabelbetreiber Setanta pro Saison 200 Mio. Euro.  Dazu kommen noch Einnahmen aus den Zweitverwertungsrechten von ca. 400 Mio. Euro jährlich.

Die italienische Serie A wird von Sky-Italia bis 2010 mit 600 Mio. Euro pro Jahr finanziert, wobei die Klubs ihren Anteil selber aushandeln.

Mit einigem Abstand folgt die deutsche Bundesliga mit 430 Mio. Euro jährlich seit der Saison 2006/07 bis 2008/09, davon entfielen 220 Millionen Euro pro Saison auf den Bezahlsender Arena. Der dürfte sich damit etwas übernommen haben, verkaufte er doch im Juli 2007 seine Rechte an Premiere.
Für den Zeitraum 2009 bis 2015 hätte
die Firma Sirius für die TV-Übertragungsrechte 3 Mrd. Euro gezahlt. Das Kartellamt untersagte die Vereinbarung. Die Auslandsvermarktung wäre darin nicht enthalten gewesen. Sie könnte der DFL (Deutschen Fußball Liga) weitere 460 Mio. Euro bringen.
Ein Paket für 22 Staaten in Skandinavien und Osteuropa - Zeitraum 2009/10 bis 2011/12 - brachte der DFL vermutlich
35 Mio. Euro. Handelsblatt 21. 10. 2008
Die DFL vergab die TV-Rechte von 2009/10 bis 2012/13 an Premiere, ARD, ZDF und DSF für gesamt 1,65Mrd. €. NZZ  29. 11.08

Die holländische Ehredivisie erhält für die Pay-TV-Übertragungsrechte jährlich 30,5 Mio. Euro und für die Rechte im frei empfangbaren Fernsehen 70 Mio. Euro.

In Spanien schließen Real Madrid und der FC Barcelona eigene TV-Verträge ab. Bis 2014 haben sie sich damit  jeweils 280 Mio. € pro Saison gesichert. Der Konkurrenz bleibt da nicht mehr viel.

Geradezu mickrig nahmen sich die 14 Millionen aus, die Premiere Austria und ATV+ für die Übertragungsrechte der österreichischen T-Mobile-Bundesliga (oberste Spielklasse) und der Red Zac Ersten Liga (Zweite Spielklasse) pro Jahr  bis inklusive der Saison 2006/07 bezahlten.
Ab 2007/08 war der ORF wieder der Free-TV-Partner. Kolportierte 6 Millionen Euro pro Saison bis inkl. 2009/10, macht für drei Jahre 18 Millionen, zuzüglich 25 Millionen Euro, die Premiere Austria beisteuert.

Die Übertragung aller 16 Spiele der Saison 2005/2006 der amerikanischen National Football League (NFL) war dem Kabelsender ESPN 1,1 Milliarden Dollar wert. Das macht pro Spiel(!) 57 Millionen Euro.
Die Fernsehverträge für 2006/07 garantieren der NFL 3 Milliarden Euro.

 

Einnahmen der europäischen Fußballligen

  2005/05 2006/07
Liga (Staat)

Umsatz in Mrd. €

Umsatz in Mrd. €

Premier League (England) 1,994 2,30
Serie A (Italien) 1,450 1,16
Bundesliga (Deutschland) 1,200 1,40
Primera Division (Spanien) 1,200 1,33
Ligue I (Frankreich) 0,910 0,97


Quelle: Deloitte "Annual Review of Football Finance"

 

Das längste und schwierigste Radrennen der Welt, die Tour de France, kostet rund 100 Mio. €. Die Hälfte der Ausgaben wird durch die Vergabe der TV-Übertragungsrechte hereingespielt.
Ein Drittel tragen die Sponsoren bei: Die Hauptsponsoren LCL, Vittel, Champion + Skoda zahlen zwischen 3,5 und 5 Mio. €,
neun "offizielle Partner" jeweils ~1 Mio. €, die 14 Ausstatter jeweils ~0,5 Mio. €.
Die Etappenorte müssen für die Ehre einer zu sein 100.000 bis 300.00 € abliefern, der Startort der 1. Etappe kommt unter ein paar Millionen nicht weg (London zahlte 2007 4 Mio. €)

 

Unter dem Titel TOP-Programm verbucht das Internationale Olympische Komitee die Beiträge ihrer wichtigsten Sponsoren. 603 Mio. $ brachten die elf Hauptsponsoren für die Winter- + Sommerspiele in Salt Lake City + Athen auf. In dieser exklusiven Sponsorgruppe nimmt der US-Konzern General Electric mit 130 Mio. $ den Spitzenrang ein.
 
Für die Übertragungsrechte während der Olympischen Winterspiele in Turin 2006 musste NBC-Television (gehört General Electric) 613 Millionen US-$ bezahlen. NBC sicherte seinen Werbekunden Einschaltquoten von mindestens 12 Prozent der insgesamt 110 Millionen US-Haushalte zu und konnte die Zusage nur knapp erfüllen. Die Schlussfeier interessierte nicht einmal 8 Prozent!
Die Rechte für 2010 + 2012 waren NBC-Television 2,2 Mrd. US-$ wert.

Die TV-Rechte für den Zeitraum 2005 bis 2008 (beinhalteten die Spiele in Turin + Peking) brachten dem IOC Einnahmen von 1,8 Mrd. Euro. Die Vereinigung europäischer öffentlichrechtlicher Sender (EBU) zahlte 443 Mio. $ für die TV-Rechte-Peking und 135 Mio. $ für Übertragungen aus Turin 2006.
Die Rechte für 2010 (Winter, Vancouver) und 2012 (Sommer, London) hat sich die EBU bereits gesichert. Es waren die letzten, die als Europäisches Paket vergeben worden sind.
Die Rechte für die Spiele 2014 + 2016 werden für jedes europäische Land getrennt ausgehandelt. Davon verspricht sich das IOK eine deutliche Einnahmensteigerung auf etwa 1 Mrd. $.
Für die TV-Übertragungsrechte - auch über Internet und Mobilfunk - für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi (Winter) und 2016 (Sommer) bezahlte Sky Italia dem IOC 155 Mio. Euro.
Die EBU hatte für die Europarechte knapp 700 Mio. € geboten. Das war dem IOK zu wenig. Es beauftragte eine Agentur (Infront? Sport5?), welche ihr 1 Mrd. € garantierte.
 
Damit sie in ihrer Produktsparte weltweit vier Jahre lang mit den fünf Ringen werben dürfen, mussten die 12 Top-Sponsoren für Turin 2006 + Peking 2008 dem IOC insgesamt 570 Mio. Euro auf den Tisch blättern.
Ein "Langzeitsponsor" (seit Innsbruck 1964) der Olympischen Spiele ist der multinationale Hersteller von Druckern und Kopierern XEROX. Fand XEROX in Innsbruck noch mit 30 Kopierern das Auslangen, waren es im Jahr 2000 in Sydney 4.000 Geräte und in Athen 6.000, für deren Betreuung 230 Techniker abgestellt wurden.

Vier Hauptsponsoren haben mit dem IOK bereits Verträge bis 2012 abgeschlossen. Samsung und Panasonic sogar schon bis 2016.
Die amerikanischen und europäischen Unternehmen sahen in den Olympischen Spiele in Peking (2008) eine wichtige Basis für den Eintritt in den chinesischen Markt. Von den 36 nationalen Sponsoren verfolgten ADIDAS und ATOS ORIGIN (IT-Dienstleistungen) das gleiche Ziel während chinesische Unternehmen ihre Bekanntheit sich dem Ausland präsentieren wollten. Z. B. Yili (Großmolkerei), Tsingtao (Brauerei), Haier (Haushaltsgeräte), Air China, Lenovo (Computer)...

Mit Ende 2008 beendeten vier Top-Sponsoren ihr Olympiaengagement: Johnson & Johnson, Eastman Kodak, Lenovo, Manulife Financial Corporation.

 

 

Der deutsche Privatsender RTL hatte sich 2002 ein Stück vom Wintersport-Kuchen gesichert: für die TV-Übertragungs-rechte - mit dem Highlight Vier-Schanzen-Tournee - bis 2007 bezahlte er 77 Millionen Euro. Eine Investition, die sich besonders in den Jahren gelohnt hat, wenn die deutschen Skispringer so gut sprangen, wie im Jahr 2001. Damals kassierte konnte RTL für einen 30-Sekunden-Spot bis zu 60.000,- Euro kassieren. 

In den USA sind Übertragungen von Skirennen nicht sehr publikumswirksam. Daher muss der US-Skiverband (bzw. seine Sponsoren) bei den großen TV-Stationen Sendezeit kaufen (250.000 Dollar pro Stunde) und zudem noch für die Produktionskosten aufkommen.

 

Für die Übertragungsrechte von 1999 bis 2006 zahlten die Fernsehsender CBS, ABC, FOX und ESPN insgesamt 17,6 Milliarden US$ (13 Milliarden Euro) an die US-Football-Liga NFL.
Das Geld wurde locker  wieder eingespielt: für einen 30-Sekunden-Spot während der Super Bowl (Finalspiel) wurden 2005 2,4 Millionen US$  - 1,8 Millionen Euro - (2004: 2,25 Millionen US$) verlangt. Und auch bezahlt. 58 Spots wurden im Rahmen diese Spiels ausgestrahlt. Allein die Biermarke Budweiser (siehe weiter unten Fußball WM 2006) war in der Finalübertragung 2005 mit zehn Spots vertreten.

 

Linford Christie, Olympiasieger 1992 im 100-Meter-Lauf, warb während der Olympischen Spiele 1996 für seinen Sponsor Puma. Auf ganz außergewöhnliche Art. Bei jedem Fernsehinterview und jeder Pressekonferenz präsentierte er das Logo seines Sponsors, den springenden Puma. In den Augen! Spezial-Kontaktlinsen machten es möglich. Die Entschädigung für den leicht getrübten Blick: 1,5 Millionen Euro 

Spitzenathleten haben es nicht leicht, ihre Verpflichtungen gegenüber dem persönlichen Sponsor einzuhalten. Die Verträge sind ziemlich kompliziert und umfassen bald einmal fünfzig Seiten.

Häufig kollidieren die privaten Abmachungen mit den Ausrüsterverträgen des Verbandes und die wiederum mit jenen des Nationalen Olympischen Komitees. Die Interessenskonflikte zwingen die Athleten zu kreativen Aktionen. Beim Aufwärmen wird Bekleidung des persönlichen Sponsors getragen, beim Wettbewerb das nationale Trikot mit dem Olympiasponsor und bei einer eventuellen Siegerehrung darf auf der offiziellen Mannschaftskleidung das persönliche Sponsorlogo auch nicht getragen werden. Aus Solidarität decken die Athleten die "feindlichen" Logos mit der Nationalfahne ab oder sie legen, von Ergriffenheit übermannt eine Hand aufs Herz. Der Arm kommt dabei zufällig über dem Logo zu liegen. Wer wird den Helden der Nation ihre Gefühle verübeln? Schuhe gelten im Allgemeinen nicht als Bekleidung, sondern als persönliche Ausrüstungsgegenstände der Sportler und sind deshalb frei wählbar.

 

Der Name der Hamburger Holsten-Brauerei AG zierte die Trikots des Londoner Fußballklubs Tottenham Hotspurs in den Jahren 1983 bis 1994 und während der Saison 1999/2000. Dank dieser Sponsoring-Investitionen wurde Holsten-Pils zum bekanntesten, importierten Premium Pils in England. Allein für die Meisterschaft 99/00 brachte der Biererzeuger einen siebenstelligen Markbetrag auf.

 

Seit Meisterschaftsbeginn 2003 ist der Hauptsponsor des Fußballvereins Rapid Wien der Strom-, Gas- und Wärmelieferant Wien-Energie. Weitere Spender sind der Sender 88.6, Ottakringer Bier, VISA und Casino Baden. Ab 2008 machte die OMV 1,8 Mio € pro Jahr (bis 2011) locker.

Sportlich und finanziell steht Rapid im Schatten des Stadtrivalen Austria Wien, der sich bis 2007 kräftig sprudelnder Zuwendungen des Auto-Zulieferers Magna bzw. des Magna-Chefs Frank Stronach erfreut. Auch die Casinos Austria, der Kurier und seit Herbst 2006 in bedeutender Höhe (2,5 Mio  Euro pro Saison, Laufzeit drei Jahre) der Verbund tragen zu vollen Vereinskassen bei. Dafür prangt das Verbund-Logo auf der Dressenvorderseite. Die Schulter kostet pro Saison 650.000 Euro und als Draufgabe gibt es Bandenwerbung bei fünf TV-Meisterschaftsübertragungen. Abhängig von der Höhe ihrer finanziellen Unterstützung erhalten die Sponsoren als Gegenleistung Bandenwerbung und Kartenkontingente in variablem Ausmaß
Die Hauptsponsoren der übrigen acht Bundesligavereine sind Puntigamer (Sturm Graz), Liebherr (GAK), Josko Fenster (Ried), Red Bull (SV Salzburg), Tiroler Wasserkraft (Wacker Tirol), Cashpoint (SCR Altach), Superfund (Pasching) und Bauwelt Koch (Mattersburg).

Kein Bundesligasponsor schafft es auch nur annähernd, sich mit Herrn Massimo Moratti zu messen. Der Präsident und Mäzen von Internazionale Mailand steckte von 1995 bis 2003 500 Millionen Euro in seinen Klub. 

WIEN ENERGIE ist einer der Hauptsponsoren des Vienna City Marathons. Das Laufsport-Engagement des Energielieferanten ist wichtiger Bestandteil seiner Image-Werbung nach außen und innen. Seit 1998 wird ein eigener Wien-Energie-Halbmarathon veranstaltet.

 

Der deutsche Softwareproduzent SAP sponsert elitäre Sportarten: Segeln, Golf und Formel I. Im prestigeträchtigsten Wettbewerb der Hochseeyachten, dem "America´s Cup", um den die zwei weltbesten Boote kämpfen, prangte ein riesiges SAP-Logo auf dem Segel des Teams "New Zealand". Budget des Teams: 40 Millionen US-Dollar.

Die siegreiche Yacht "Alinghi", führte auf Rumpf und Segel das Logo des Hauptsponsors, der weltweit tätigen Grossbank aus der Schweiz USB. Den Hauptteil des Budgets in der Höhe von 100 Millionen Franken trägt Ernest Bertarelli, viertreichster Schweizer und Besitzer der Biotech-Pharma-Firma Serono.

In Österreich sponsert SAP die erfolgreichen Star-Boot-Segler Hans Spitzauer und Andreas Hanakamp. Jedem  Bewohner des SOS-Jugendhauses in Pinkafeld bezahlt SAP eine Segelausbildung.

 

Leichtathletik steht in der Gunst von SPAR International. Langfristige Verträge mit dem Europäischen Leichtathletikverband sollen die Marke SPAR europaweit bekannt machen. Dafür sind die Großveran-staltungen Freiluft-EM 2006 und die Hallen-Europameisterschaften 2005 und 2007 bestens geeignet.

SPAR Österreich hat den Sportler des Jahres 2004, Markus ROGAN, als Werbeträger für die Eigenmarke Natur*Pur erwählt.

 

Wenn es draußen kalt wird, dann wird dem österreichischen Sportfan warm ums Herz. Nirgends sonst flitzen die nationalen Muskelpakete derart erfolgreich durch Wächten und Schneisen. Sie verschönern die Bilanzen der Medaillenwertungen und ihrer Sponsoren.

Werblichen Zugriff auf die Skisportlerkörper hat nur, wer  - gegen Entrichtung eines nicht unbedeutenden "Mitgliedsbeitrags" - im Pool des nationalen Verbandes vertreten ist. Im Gegenzug müssen die Athleten ihre Skier, Bindungen, Stöcke,... aus den Sortimenten der Pool-Mitglieder wählen. Sportler und Ausrüster vereinbaren vertraglich ihre wechselseitigen Verpflichtungen. Der Athlet bringt seinen Werbewert, also die momentane Bekanntheit in Verbindung mit der aktuellen Platzierung in der FIS-Rangliste (nur die ersten Dreißig sind interessant) und, als Zukunftsoption, die angestrebten sportlichen Erfolge ein; der Ausstatter seine Produkte, ein Fixum und Prämienzahlungen beim Erreichen von Spitzenresultaten (Plätze 1. bis 3.).

Die Verträge werden für zwei Jahre abgeschlossen, verletzungsbedingter Ausfall beendet das Vertragsverhältnis nicht. Ein Dopingvergehen jedoch führt zu einer sofortigen Vertragsauflösung. Gleiches droht auch bei öffentlichen Unmutsäußerungen über das verwendete Produkt.

Weltweit stammt jede dritte verkaufte Skibindung vom österreichischen Bindungshersteller TYROLIA (Exportanteil 85 %). Damit nimmt das Unternehmen die führende Position auf dem Weltmarkt ein. TYROLIA ist in den bedeutendsten nationalen Pools (Österreich, Schweiz, Deutschland, ...) vertreten. 
In diesen drei Staaten ist das Unternehmen Marktführer. Mit Ausnahme der finnischen und amerikanischen Alpin-Sportler werden eine Vielzahl der besten Skirennläuferinnen und -läufer von TYROLIA gesponsert.
Das änderte sich im April 2006. Da unterschrieb Bode Miller (USA) für 700.000 € einen Vertrag mit der TYROLIA-Mutter HEAD bis Saisonende 2007/2008.

Abhängig von ihrer Marktstellung dotieren die einzelnen Skihersteller ihren Sponsortopf mit Gesamtbeträgen zwischen einer und sieben Millionen Euro.

 

Bode Miller, zweifacher Skiweltmeister 2003, ließ die Umsätze seines Sponsors, des Wiener Snackproduzenten KELLY (Marken: Soletti, Kelly´s Chips), rasant nach oben knistern. Seit der Amerikaner das KELLY-Logo auf seinem Helm trägt, stiegen die Verkaufszahlen um 30 Prozent. Miller´s Teamkollegen folgten seinem Beispiel, mit Beginn der Saison 2003/2004 fährt das gesamte US-Team mit dem KELLY-Markenzeichen, für das sich auch das große Skispringertalent Florian Liegl erwärmt.

Im Eishockey unterstützt KELLY auf nationaler Ebene das Eishockeyteam Vienna Capitals, international ist das Unternehmen offizieller Partner der IIHF -World-Championship.
Soziales Engagement zeigt KELLY mit Product-Sponsoring für das Rote Kreuz. In der Blutspende-Zentrale in Wien und in allen Blutspende-Bussen erhalten Spender nach dem Aderlass Soletti-Salzstangerl zur Stärkung. Den CliniClowns finanziert KELLY den wöchentlichen "Auftritt" im Preyer´schen Kinderspital.

 

Die Unilever-Tochter Eskimo-Iglo unterstützt die Alpinen im ÖSV. Die Kampagne mit dem Ski-Nationalteam unter dem Motto "Iss was gscheits" erzielte hohe Aufmerksamkeit.
Die Biathleten, Bobfahrer und Rennrodler bekommen Zuwendungen der Firma VIESSMANN.

 

Einen Ski-WM-Titel und Olympiagold holten die von RECHEIS seit 1999 gesponserten Nordischen Kombinierer. Michael GRUBER, Michael DENIFL, Christoph BIELER und Felix GOTTWALD siegten 2003 im Mannschaftsbewerb. Da RECHEIS ein Kopfsponsor ist, den sich jeder Sportler selbst aussuchen darf, ist es für das Unternehmen wichtig, die gesamte Mannschaft unter Vertrag zu bekommen. Einzelsponsoring ist wegen des Verletzungsrisikos oder Formschwankungen eine unsichere Sache.

 

Von den Geldinstituten erzielt RAIFFEISEN im Sportsponsoring seit Jahren die beste Werbewirkung. Ein Drittel der Konsumenten nennt spontan diese Bankengruppe, wenn nach einem Geldinstitut mit besonderem Engagement im Sportbereich gefragt wird. Diese hohe Zustimmung ist auf die starke Werbekraft von Hermann Maier zurückzuführen. Als weiteren Imageträger sponsert die Bank seit Herbst 2004 den zweifachen Silbermedaillengewinner von Athen Markus Rogan, der als Gegenleistung u. a. bei seinen Wettkämpfen mit gelber Badehaube plus Giebelkreuz-Logo antritt.
Die österreichische Fußballnationalmannschaft und ÖFB-Nachwuchstalente erhalten Fördermittel um ein erfolgreiches Abschneiden bei der EM 2008 zu ermöglichen.
Jedes Jahr wird vom Media Market Observer der bekannteste Sponsor Österreichs ermittelt. 2004 hieß der Sieger RED BULL. Seine spontanen Bekanntheit: 15 Prozent. Zweiter Iglo (13 %) vor Raiffeisen (12 %). Auf den Plätze 4 bis 10 folgen A1, t-mobile, Audi, Marlboro, der Sieger von 2003: Milka, Gösser und die Bank Austria.

 

Noch weiter geht das Engagement der OMV. Sie sponsert die Skispringer, die Kombinierer und den Nachwuchs. "Produktbezogen" erhält auch der Rallysport finanziellen Treibstoff.
Social Sponsoring betreibt der Ölkonzern mit seinem Bildungsprojekt  „OMV Move & Help“ das im Jahr 2005 insgesamt 35.000 Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung ermöglichte.

 

Schwerer Schlag für die Bayern: während der Fußball-WM 2006 darf im Münchner Stadion nur Bier des US-Brauers BUDWEISER ausgeschenkt werden, statt Münchner Weißwurst gibt es ausschließlich Faschiertes von McDonald´s und auch das Angebot an Anti-Alkoholischem muss aus dem Sortiment eines amerikanischen Produzenten (Coca Cola) stammen. Die US-Unternehmen haben mit der FIFA millionenschwere Verträge als Hauptsponsoren abgeschlossen. Damit haben sie sich neben der Platzierung ihrer Logos in den WM-Stadien auch das Recht auf exklusive Bewirtung gesichert.
Nach langem Feilschen vereinbarte die deutsche Bitburger-Brauerei mit BUDWEISER, dass auch ihr Bier ausgeschenkt werden durfte. Im Gegenzug bekam Budweiser zusätzliche Bandenwerbung.

 

Kellogg´s Cornflakes fördert das UNESCO-Programm "Bildung für Kinder in Not", für das sich auch die boxenden Brüder Wladimir und Vitali Klitschko engagieren.
AMIS (siehe 3. Absatz) hilft dem steirischen Behindertenverein "Octopus" und einem Frauenhaus in Wien.

 

Zum Imagetransfer und der Markenwerbung kommt beim Kunstsponsoring für den Geldgeber noch die Chance auf den Gewinn eines MAECENAS, des Österreichischen Kunstsponsoringpreises. Dieser wird in den Kategorien 
  • Bester Kunstsponsoring-Einsteiger
  • Bestes Kunstsponsoringprojekt KMU
  • Bestes Kunstsponsoringkonzept
  • Sonderpreis: Bestes Kunstsponsoring "Kunst und Soziales"

vergeben. Die Prämierung erfolgt nach den Kriterien der Kreativität, der Qualität und der Publikumswirksamkeit, unabhängig von Betriebsgröße und finanziellem Aufwand. Der MAECENAS ist mit keiner finanziellen Dotation verbunden. Bei den Auszeichnungen handelt es sich um vier Skulpturen, die von österreichischen Künstlern gestaltet werden. Der Preis wird vom Wirtschaftskomitee "Initiativen Wirtschaft für Kunst" ( www.iwk.at ) gemeinsam mit dem ORF seit 1989 jährlich vergeben. Das Gesamtbudget der 2003 eingereichten Projekte belief sich auf 7 Millionen Euro.

 

Das Bestattungsunternehmen PERIKLES, Firmenslogan "Kultur der Würde" sponserte die Aufführung der Komödie Arsen und alte Spitzen in den Wiener Kammerspielen.
Bilder: webschool, Perikles
 
Für den Einstieg "Trauerberaters" ins Kultursponsoring eignete sich das Stück besonders gut, behandelt es doch die Thematik rund um das Sterben und Begraben werden. siehe auch BESTATTUNGSUNTERNEHMEN im Kapitel SELBSTMORD

 

Der Nahrungsmittel-Multi NESTLE ist bis 2007 Hauptsponsor der Salzburger Festspiele und lässt sich diese Ehre pro Jahr 600.000.- Euro kosten. Mit weiteren 55.000.- Euro fördert er das Jugend-Abo der Festspiele.
Die Dürer-Ausstellung in der Wiener Albertina (September bis November 2003) hatte als Hauptsponsor Mercedes Benz gewonnen. Die Österreichischen Lotterien und die Tageszeitung Die Presse waren ebenfalls an der Finanzierung dieses Ereignisses beteiligt.
 
Alberto Vilar ist der größte Kunstmäzen der Welt. Sein 1980 gegründetes Unternehmen, die "Amerindo Investment Advisors" wies bis zum Jahr 2000 jährliche Zuwachsraten von 40 Prozent auf und macht ihn zu einem der reichsten Amerikaner. Danach ging es bergab, der Börsenwert der Firma nahm bis 2003 um 90 Prozent ab.
Zwischen 1997 und 2002 zahlte er über 200 Millionen Dollar an Sponsorgeldern aus. Die New Yorker Metropolitan Oper durfte sich über 45 Millionen Dollar und das St. Petersburger Marinsky-Theater über 20 Millionen Dollar freuen. Auch das Festspielhaus in Baden-Baden verdankt ihm das finanzielle Überleben. Den Salzburger Festspielen waren bis 2004 jährlich 1,5 Millionen Euro zugesagt, ab 2002 wurde die Spende nicht mehr ausbezahlt. Der Gesellschaft der Musikfreunde war ein Zuschuss von 5,8 Millionen Euro versprochen, 800.000 Euro haben sie bis 2003 erhalten. Die Wiener Staatsoper hatte mehr Glück: sie wurde von Herrn Vilar mit Naturalien gesponsert. Die Firmen, welche die Unertitelungs-Anlagen (zum Mitlesen der Operntexte) geliefert haben, gehören ihm. Es handelt sich dabei um kleine Monitore, die an den Rückseiten der Sitzlehnen installiert sind. Betrieb und Wartung des Systems sponsert Telekom Austria.
Alberto Vilar
verbringt rund 100 Abende pro Jahr in Musiktheatern und Konzertsälen. Er passt seine geschäftlichen Termine im In- und Ausland den Spielplänen der Opernhäuser an.
Herr Stronach aus Kanada sichert nicht nur dem österreichischen Profifußball das Überleben. Auch für die Kunst fällt etwas ab. Er bezahlte die jährlich wechselnde Überdeckung des Eisernen Vorhanges der Wiener Staatsoper für die Saison 2003/04 und will dies auch in Zukunft tun. Und er sprang bei der
Gesellschaft der Musikfreunde für Herrn Vilar ein. 4,5 Millionen Euro beträgt die Unterstützung von Stronachs MAGNA-Konzern für den Umbau des Musikvereins, zahlbar in vier Raten, bis 2006. Dafür wird der neue Gläserne Saal statt "VILAR Auditorium" wie ursprünglich geplant nun "MAGNA Auditorium" heißen. Als Draufgabe spendete Herr Stronach 500.000 Euro für Auftritte junger Musiktalente. Die ERSTE BANK steuerte 2,2 Millionen Euro zum Umbau bei.
Mit 11 Millionen Euro wichtigste Förderer der Musikfreunde sind die Steuerzahler, mit deren Geld die Stadt Wien und der Bund als Wohltäter auftreten. Da freut sich der Musikvereinsdirektor: "Unsere vier neuen Säle sind für uns wirklich ein Glücksfall!" Die Steuerzahler werden sich vor Freude krümmen, denn: "... wir haben seit neun Jahren die gleiche Subvention, da ist kein Geld für die neuen Säle drin. Ich fürchte, ohne Hilfe der öffentlichen Hand schaffe ich die Bespielung von vier Sälen kaum". Macht nichts, die Pyramiden waren auch kostspielig und wurden meist nur von einer Personen genutzt.

 

Stronachs MAGNA-Konzern wird die Technische Universität Graz bis zum Jahr 2013 mit 24 Millionen Euro fördern. Davon wird das Institut für Fahrzeugtechnik mit vier Lehrstühlen finanziert. Das "Frank Stronach Institut" nimmt seinen Betrieb mit Beginn des Wintersemesters 2004 auf.
 
Wissenschaft und Kunst können auf Zuwendungen der Österreichischen Nationalbank speku-lieren. Seit 1966 wurden 7000 wissenschaftliche Projekte und der Ankauf von Geräten mit insge-samt 423 Millionen Euro unterstützt. 

 

Die OeNB besitzt wertvolle alte Streichinstrumente (21 Violinen, zwei Violen und vier Violoncelli), darunter sieben aus der Werkstatt des italienischen Geigenbauers Antonio Stradivari. Um ihren Klang und damit ihren Wert zu erhalten, muss auf ihnen gespielt werden. Daher werden sie österreichischen Virtuosen und Nachwuchskünstlern für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt. Das Direktorium der OeNB entscheidet, wer auf diesen Kostbarkeiten spielen darf. Es wird bei seiner Wahl von Professoren der Musik-Universitäten Graz, Salzburg und Wien sowie einem Vertreter der Wiener Philharmoniker beraten. 

Die Instrumente werden für einen Zeitraum von drei Jahren verliehen, danach ist eine Fristverlängerung möglich. Die Versicherungsprämien sind von den Musikern zu bezahlen, bei jungen Künstlern kommt es vor, dass die OeNB die Hälfte der Kosten übernimmt. Ausleiher und Instrumente stehen "unter Beobachtung", verständlich, bewegt sich doch der Wert der Leihgaben zwischen 100.000 und drei Millionen Euro.

 

MPREIS

Die Lebensmittelkette M-Preis bedruckt ihr Feinkostpackpapier mit zeitgenössischer Lyrik. So kommt ein Gedicht bis zu 500.000 mal in Konsumentenhände.

 

Das Kunstsponsoring-Volumen in Österreich wird auf 43 Mio. € geschätzt 2008. In diesem Betrag ist das Sachsponsoring nicht enthalten.

Weltweit erreichten die Sponsoring-Zahlungen im Jahr 2004 die beachtliche Höhe von 25 Mrd. €. Davon entfielen 9,5 Mrd. € auf die USA und 7 Mrd. € auf Europa.

 

Zielpunkt sponsert die Natur. Das ist wichtig, populär, nachhaltig und medial noch nicht abgelutscht. 150.000 € hat Zielpunkt im Jahr 2004 von seiner deutschen Mutter Tengelmann "organisiert" und dem WWF-Projekt Grüne Donau zur Verfügung gestellt.

 

Die europaweit tätige Agentur CIG www.cig.at unterhält ein Projekt mit dem Namen sponsoring-partner  www.sponsoring-partner.com. Dort präsentieren sich Sponsornehmer möglichen Investoren, den Geldgebern bietet diese Sport-Börse die Möglichkeit rasch Partner aus Sport, Kunst, Kultur, Wissenschaft und Soziales zu finden. Die Eintragungen sind kostenlos.

 

Die österreichische Agentur MPM www.mpmsponsoring.com entwickelt zielgruppenspezifische Sponsoring- konzepte für die Segmente Sport, Soziales, Kultur und Wissenschaft. Sie sorgt auch für effiziente PR und mediale Präsenz der Sponsoringaktivitäten.

 

Das Schweizer Sponsoring Barometer 2006/07 - verfasst vom Kölner Sponsoringberater "Sport und Markt" und der Europäischen Sponsoringbörse - beziffert das Sponsoringvolumen in der Schweiz mit  ~520 Millionen Franken, von denen der Sportsektor den Löwenanteil einstreift. Nach Sportdisziplinen führt Fußball (57 %) vor Eishockey (38 %) und Leichtathletik (25 %).

 

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