WERBEN    PLAKATE    SLOGANS    TEASER

Depilan Kampagne 2004; Bikini, PlakatausschnittDepilan Kampagne 2004; Badeanzug, PlakatausschnittPRIMA-Dämmstoffe - InseratausschnittPRIMA-Dämmstoffe - InseratausschnittHuber Kampagne 2005; BH zum Wohlfühlen 19,90STABILFENSTER - PlakatausschnittHuber-BH, Plakatausschnitt April 2006; Zärtlich fester Halt. BH ab 19,90
 

DEPILAN - Kleid, Plakatausschnitt, Kampagne Mai 2007, Bild: NETSCHOOLDEPILAN - Bikini, Plakatausschnitt, Kampagne Mai 2007, Bild: NETSCHOOL

Plakatfotos: NETSCHOOL

WERBEN MIT SEX
 Genial genital?

Sexuelle Signale erzielen IMMER Aufmerksamkeit. Werbung soll auffallen.
Schlussfolgerung: Werbung mit Sex wird beachtet. So einfach ist das.
 
Manchmal sorgt ein Motiv für richtigen Wirbel. PALMERS brachte 1953 mit einem Plakat sogar zwei Ministerien auf Trab. Mittels Bescheid wurde das Plakat im gesamten Bundesgebiet verboten:
 



Bilder PALMERS-Archiv

Zl. 159.047-4/53

Bescheid
an die Firma "Palmers", z.H. Frau ...

Das Bundesministerium für Inneres erläßt über Antrag des Bundesministeriums für Unterricht und im Einverneh-men mit dieser Behörde nachstehenden Bescheid:

Spruch:

Auf Grund der §§ 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Bekämpfung unzüchtiger Veröffentlichungen und den Schutz der Jugend gegen sittliche Gefährdung vom 31. März 1950, BGBl. Nr. 97, wird das Ausstellen, Aushän-gen und Anschlagen des von der Firma Palmers verbreiteten Plakates, das zwei bestrumpfte Frauenbeine, die über die halben Oberschenkel bis zu einem kurzgerafften Unterkleid sichtbar sind, zeigt und die Beschriftung "Palmers Strümpfe, 2 Paar Perlons in der neuen Zwilling-Packung 59.-" trägt, an Orten, wo es auch Personen unter 16 Jahren zugänglich ist, für das gesamte Bundesgebiet untersagt.

Begründung:

Die vorerwähnte, sehr realistische Darstellung eines Teiles eines kaum bekleideten Frauenkörpers ist geeignet, die Schamhaftigkeit zu verletzen und die sittliche Entwicklung jugendlicher Personen, insbesondere durch Reizung der Lüsternheit, schädlich zu beeinflussen.
Gegen diesen Bescheid ist kein Rechtsmittel zulässig.

8. Dezember 1953

 
Palmers entsprach dem Bescheid. Allerdings nicht durch Entfernen der Plakate, sondern mit der Entschärfung der  "sittlichen Gefährdung": den offensiven Oberschenkeln wurde mit züchtigem Dunkelgrün ausreichend Keuschheit verliehen.
Über die Kampagne wurde dank ministerieller Order auch in ausländischen Medien berichtet.
Am Titelblatt der Berliner Zeitung vom 13. Dezember 1953 war zu lesen:
 
Ein Ukas des österreichischen Unterrichtsministers Dr. Ernst Kolb hat der Wiener Strumpffirma "Palmers" eine unverhoffte Reklame verschafft. Kolb hatte nach einem Protest in der regierungsamtlichen "Wiener Zeitung" ("auf den anstößigen Plakaten werden zwei bestrumpfte Frauenbeine gezeigt, die über die halben Oberschenkel bis zu einem kurz gerafften Unterrock sichtbar sind") verfügt, daß die beanstandeten Plakate übermalt werden. So zogen denn in aller 
Heimlichkeit Anstreicherkolonnen durch die nächtlichen Straßen von Wien und überpinselten auf allen beanstandeten Plakaten die pikanten Unterröcke mit keuschen Röckchen. Somit ist in Wien die öffentliche Ordnung wiederhergestellt und dem Gesetz über "Bekämpfung unzüchtiger Veröffentlichungen und Schutz der Jugend gegen sittliche Gefährdung" (vom 31. März 1950) Genüge getan. Der Schöpfer des Plakats, Gerhard Brause, erhielt von der Firma Palmers eine Prämie von 10.000 Schilling, denn der Umsatz der Palmers-Strümpfe stieg in den ersten beiden Tagen nach dieser Affäre um das Sechsfache.
 
 
Anmerkung:
für 59,-- Schilling, den Preis einer Zwilling-Packung, konnte man 1953 25 kg Brot oder 35 Liter Milch oder 2 kg Schnitzelfleisch (Schwein) kaufen.

 

TUN SIE IHN REIN ....... und machen Sie Ihre Kunden glücklich!

Werbung für Dämmstoffe von CLIMA SUPER

 

Hohe Aufmerksamkeit bedeutet aber keineswegs auch hohe Werbewirkung. Sie schafft nur gute Voraussetzungen dafür.

 

ICH KÖNNT´ JEDEN TAG ..... 2x in einer Stunde GRATIS

Headline auf Plakat und Prospekt von SCHNITZELHAUS

 

Die Werbewirkung ist gut messbar. Je nach Werbeziel am gestiegenen Umsatz, größerer Bekanntheit oder angestrebtem Image.

 

Unser Geschenktipp: SCHNUCKELIGE EIERWÄRMER

Inserat für Herrentangas von JOCKEY

 

Der Wirkung von erotischen Reizen kann man sich NICHT ENTZIEHEN! Darauf sind wir genetisch programmiert. Ob wir wollen oder nicht, sie beeinflussen uns.
Erotische Motive lenken vom Produkt ab. Die Aufmerksamkeit gilt den Brüsten,  Pobacken, Schenkeln, Bäuchen, ... . Schlussendlich kann sich keiner mehr daran erinnern, wofür das Plakat, das Inserat oder der Spot geworben hat.

 

ESTELLA IST EINE PROFESSIONELLE

Plakat 1a-INSTALLATEURE

 

Die Innung der Installateure schaltet im Jahresabstand Plakate mit Bildern ziemlich unbekleideter Damen. Nicht alle heißen ESTELLA.
Manchmal bleiben sie unbenannt. Wie die Dame im Bild links. Die ist dafür Heiß und begehrt. Steht in der Headline zu lesen. Ein beabsichtigtes Missverständnis, wie jedes Jahr. Die Subheadline klärt auf:
Ihre Heizung vom 1a-Installateur.    
Plakatfoto: WEBSCHOOL
Untersuchungen lassen vermuten, dass jene Spots, die einem erotisierenden Spot unmittelbar folgen, Nutzen aus der aktivierten Aufmerksamkeit ziehen.
Sieht nach einem klassischen "Abstaubertor" aus (so wird beim Fußball ein Treffer genannt, für den ein anderer die Vorarbeit geleistet hat).

 

DEPILAN - Badeshort, PlakatausschnittPRIMA-Dämmstoffe - InseratausschnittHUBER - Greift sich gut an. Plakat.DON GIL - PlakatausschnittHOLLAND BLUMEN - PlakatausschnittHUBER-Slip zum Wohlfühlen 9,90    PlakatausschnittJOSKO - Plakatausschnitt
 

DEPILAN -Bermudashort, Plakatausschnitt, Kampagne Mai 2007, Bild: NETSCHOOLDEPILAN -Badeshort, Plakatausschnitt, Kampagne Mai 2007, Bild: NETSCHOOLBlack Jack-Plakat, Station Laxenburger Straße - Linien 67 + O, Bild NETSCHOOL 30. Juni 2008

Plakatfotos: NETSCHOOL

 

ZU IHR? ODER ZU MIR?

Plakat und Spot ERSTE BANK

 

Im Idealfall passen Werbung und Sex schlüssig zueinander. Das gilt bei Produkten und Dienstleistungen, die am menschlichen Körper Verwendung finden: Strümpfe, Wäsche, Kosmetika, Körperpflege, Schuhe, Oberbekleidung, ...

 

DEPILANKAMPAGNE 2008 - Schnellbahnstation Südbahnhof, 28. April 2008, Bild WEBSCHOOL  ... oder Enthaarungsmittel.
Die "Glattmachercreme" Depilan startet in jährlichen Abstanden, jeweils im April - und damit rechtzeitig vor der Badesaison - eine Kampagne. Auf Plakaten und in Magazinen sieht man blanke Haut in den Scham- und Achselhöhlenregionen. Mal sind es Bilder nackter Models, denen mit bunten Strichen die Umrisse von Badebekleidung aufgemalt wurden (Bildleiste am Seitenbeginn Abbildungen 3, 4, 8 und 9; Bildleiste mit nackten Hintern Abbildungen 1, 8 und 9), mal eine Entkleidungsszene (Bild links
Plakatfoto: WEBSCHOOL, 4/2008) oder ein metrosexueller Jüngling, der seine Achseln präsentiert.

 

PRODUKTEINFÜHRUNG?

Text auf dem Plakat für den Energiedrink MAGIC EXCALIBUR  *

 

* Unter der Überschrift  PRODUKTEINFÜHRUNG?  war eine auf dem Boden sitzende, ziemlich nackte, ziemlich blonde Dame abgebildet - genau genommen hielt sie mit beiden Händen ein Schwert, dessen schmaler Schattenwurf ihre Brustwarzen "bedeckte" und ihre Füße steckten in hochhackigen Schuhen. Das war die Bekleidung. Ihre Beine waren gespreizt. Sehr gespreizt. Den gynäkologischen Einblick verwehrte eine optimal platzierte Dose MAGIC EXCALIBUR.

Die Reaktionen auf das Plakat - Auftraggeber war Herr Roland Seunig, Betreiber der Excalibur-City an der österreichisch-tschechischen Grenze, der auch das geschmackssichere Grabmal des Herrn Falco finanzierte -  waren ungewohnt heftig.
Der Österreichische Werberat www.werberat.at , Wächter über die guten Sitten in der Werbebranche, forderte Medien und Plakatfirmen auf, das Plakat zu nicht zu veröffentlichen. Dadurch der legalen Werbeflächen beraubt, wurde das Plakat "wild", d. h. an verbotenen Flächen, geklebt.
 

Herr Seunig war mit dem Plakatmotiv eindeutig zu früh. Fünf Jahre später wäre es problemlos akzeptiert worden. Im schlimmsten Fall hätte es als Kunstwerk deklariert werden müssen. Da müpft dann keiner mehr auf.

 

HUBER Herrenunterwäsche - FREISTOSS / Bild: NETSCHOOL HUBER Herrenunterwäsche - HANDSPIEL / Bild: NETSCHOOL HUBER Herrenunterwäsche - AN DIE LATTE / Bild: NETSCHOOL Bezug auf die Fußball EM 2008 - aber vielleicht auch auf gänzlich anderes - stellte die HUBER-Kampagne im April 2008 her (Plakatfotos links: NETSCHOOL). Auf jeden Fall waren es Schlagzeilen (FREISTOSS, AN DIE LATTE, HANDSPIEL, STRAFRAUM, HEIMVORTEIL) mit Ambiguitäten.
Durch schlaue Motiv- und Wortwahl gelang es der beauftragten Agentur in den Konsumentenköpfen den EM-Bezug herzustellen und dennoch die diktatorisch-monopolistischen UEFA-Werbeeinschränkungen zu umgehen (kein EM-Logo, keine EM-Erwähnung).

 

  Wem wohl diese Aussage zugedacht ist? Dem Waschbrett mit dem Surfbrett oder der Dame mit dem knappen Höschen? Botschaft: Ohne Sonnenbrillen von NECHANSKY bleibt der Sommer erotisch kalt.

 

Nehmen Sie Ihre Alte. Legen Sie sie flach. Und danN WERFEN Sie sie WEG.

Spot für die Entsorgung von Kunststoffflaschen

 

Ferrania P 30, Inserat Mai 1966 Lieben Sie scharfe Ausschnittvergrößerungen?
Dann nehmen Sie Ferrania P 30!
Im Mai 1966 warb 3M für seine hochauflösenden Schwarz-Weiß-Filme mit einer doppelsinnigen Schlagzeile und der kongenialen Bildbotschaft (Abb. links).
Für damalige Moralvorstellungen ziemlich frivol.

 

MACH MIR DEN HENGST

Text auf dem Plakat für den Energiedrink POWER HORSE  

 

    Auf die bewährte Kombination Sex + Automobil setzte die Kampagne bei der Markteinführung des ROVER 25. Um die Sonderstellung des neuen Modells zu symbolisieren, griff man tief ins Dekolleté. Aus einer monotonen Reihe unspektakulärer Alltagsbrüste sticht ein Paar farblich und quantitativ besonders hervor. 

Silikon-modelliert und gewichtig drängt es sich in die Körbchen eines leoparden-gefleckten BHs und in die Augen der Betrachter (Bild oben). THE BIG SMALL ONE. UnfassbarBild GRAMM

Die Wirkung war lang anhaltend. Zumindest beim Elektronikkonzern PIONEER. Der ließ zwei Jahre später die selben Brüste als Blickfang für sein Heimkino-Center auffahren (Bild links oben).  Der Titel: Unfassbar echt. Ein Qualitätsurteil?   Bild SCHMIED

 

LECK MICH! Da steht alles drin.

CITY Stadtzeitung für Wien 

 

Im Elektrohandel ein gerne verwendetes Motiv: Frauen im Haushalt
  

Links ein Motiv aus der COSMOS-Kampagne im September 2006. Staub wird aus dem letzten Winkel entfernt.
Ein Jahr davor war im Katalog der Electronic Partner EP: eine dynami-sche Haushaltshilfe in robuster Arbeitskleidung kurz vor einem Arbeitsunfall abgebildet. Man beachte die Haltung der rechten Hand.
COSMOS Electronic Partner EP:  

 

TITTEN GEGEN RASSISMUS

Anti-Rassismus-Kampagne  **

 

**   Elf Frauen brachten ihre politisch korrekten Brüste für ein ebensolches Anliegen zum Einsatz. Mit ihrer Aktion  wollten sie gegen die, ihrer Meinung nach rassistische Politik der ÖVP/FPÖ-Regierung protestieren. Ein Webauftritt, Plakate und österreichweit verbreitete Freecards von BOOMERANG sollten für Publizität sorgen.

 

BESORG´S DIR DOCH EINFACH

Slogan der SB-Warenhauskette REAL  

 

März 2005; Werberat lehnte Beschwerden ab Erotische Ausstrahlung?
88.6 Der Supermix ist ein privater Radiosender. Sein Ausstrahlungsgebiet umfasst den Wiener Raum. Mit dem abgebildeten Plakat warb er Anfang 2005 für sich und ein Rod Stewart-Konzert. Das Plakatmotiv war zwar nicht Produkt bezogen, passte aber zu den 2004 unternommenen Anstrengungen des Senders, die Altersstruktur der Bundeshauptstadt zu verbessern.
Im März 2004 gelang es ihm 1.000 paarungsbereite Liebespaare im Holiday Inn am Wienerberg zu versammeln um dortselbst ihre Fruchtbarkeit zu beweisen. "Wien braucht Nachwuchs, unsere Hörerinnen und Hörer helfen dabei", war das Motto der Aktion. Ziel: 1.000 Babys für Wien.     Plakatfoto WEBSCHOOL

 

MACH MICH HEISS!

inzersdorfer - Leberknödelsuppe

 

Freiheit, die man hautnah spürt
versprach der Strumpfhosenproduzent ELBEO den Käuferinnen seiner Produkte in einem Inserat im März 1973. Der Text zum Bild:
"Nehmen Sie zum Beispiel ELBEO-Rhythmus, eine der schönsten Strumpfhosen, die ELBEO macht. ELBEO-Rhythmus gibt es in vielen modischen Farben und 8 verschiedenen Größen. Für jede Figur passen. Kein Wunder, dass sie so gut sitzt und so gern gekauft wird. Nicht nur bei uns, sondern in den anderen Ländern Europas."

 

WER HEIZT MIR RICHTIG EIN...

Teaser-Plakat 1a-INSTALLATEURE (1986)

Plakat November 2006, Plakatbild: NETSCHOOL

 

Brot und Busen
Burgenlands Bäcker auf der Suche nach einem Körberl. Mit dem Teaser im Bild links baten sie die Konsumenten um Hilfe. Nach zweiwöchigem Grübeln wurde die Lösung plakatiert. Die Dame bekam ein Gesicht und einen mit Gebäck gefüllten Korb.

Für ergänzende Textilien gab es keine zusätzlichen Mittel. Zum Glück war Sommer.
Plakatfoto NETSCHOOL

 

Zeigt die Bäuerin mehr Bein,
sind die Drucke extrafein.

Bauer Druck

 



Plakatfotos NETSCHOOL
Tief und unergründlich

LG Mobiltelefon + Netzbetreiber "3", Plakat 2/2006

Sie ist nützlich, die Handtasche, geradezu unentbehrlich. Aber manchmal muss man sie dennoch irgendwo ablegen. Natürlich in Sicht- und Griff-weite. Und dann, wohin mit dem Täschchen? Picard erzeugt nicht nur edle Taschen, sondern liefert auch Lösungsvorschläge, wo und wie man sie kurzfristig deponieren kann.
Handtasche zu klein? Kein Platz fürs Mobiltelefon? LG hat eine Idee:
Die ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits forderte die Einstellung der von Hutchinson 3 initiierten Kampagne und rief nach dem Werberat. Der fand keinen Grund zum Einschreiten.

 

lieber fremdenverkehr als gar kein verkehr!

Plakat für DONAUDOLLS-Sauna

 


Ehrliche 22 cm

Männerbrüste sind in der erotischen  Hitparade weit abgeschlagen. Gefragt sind eher Bäuche der Marke "Waschbrett". Und Pobacken, fest und straff. Gemächte kämen sicher auch gut an, aber seit Robert Mapplethorpe traut sich keiner mehr fotografisch drüber.
Ziemlich wagemutig war daher das Plakat des Magazins miss aus dem österreichischen Lifestyle Verlag. Anlässlich der Umstellung auf das handliche Pocket-Format kreierte die äußerst erfolgreiche Agentur Dirnberger/de Felice ein Motiv mit doppeldeutiger Headline. Bild links


M7 von YSL

Etwas kürzer warb in einer Schaltung zum Lifeball 2008 der Mineralwasserproduzent VÖSLAUER:
Einundzwanzig Zentimeter sicheres Vergnügen.
Mit einer noch deutlicheren Abbildung warb YVES SAINT LAURENT auf Plakaten und City Lights für sein Eau de Toilette for Men M7. Bild rechts oben
Eine (ihr?) Höschen schwenkende Schöne verkündete: Frauen mögen es 68 % größer! BENQ anlässlich EM 2004

Plakatfotos NETSCHOOL

 

ENDLICH KÖNNEN AUCH MÄDCHEN TASCHENBILLARD SPIELEN

ONE  3/2007

 

Lächelnd genießt der Herr im zweitbesten Alter die erotische Zuwendung der jungen Frau. Der Deutsche Werberat www.werberat.de zeigte sich jedoch unbeeindruckt und erteilte eine Rüge. Er sah in der Anzeige eines Energielieferanten eine „Herabwürdigung für Senioren“. Den Grund lieferte seiner Meinung nach der Schlagzeilentext:
WER ENERGIE VERLIERT, VERLIERT BALD ALLES – Kommen Sie auf die Seite der Gewinner“.

 

Felina, Inserat Feber 1970 Felina löst Figurprobleme
Problem Nr. 1: Der Busen
Problem Nr. 2: Der Bauch. Die Hüften. Der Po
Problem Nr. 3: Die Schenkel
Problem Nr. 4: Der Körper

Jede Frau hat ihre eigenen Figurprobleme . Die eine möchte gern etwas schlanker wirken. Die andere einen runderen Busen haben. Die dritte weniger Bauch zeigen. Für alle hat Felina die richtigen Modelle, die da formen und verschönen, wo es nötig ist: Am Busen. Am Bauch. An den Hüften. Am Po. An den Schenkeln. Oder am ganzen Körper.                            

Unblutige Problemzonen-Korrekturen versprach der Miederwaren-Produzent Felina in diesem Inserat im Feber 1970.

  

Mit der Abbildung des Geschlechtsaktes wäre in mehrfacher Hinsicht ein Höhepunkt erreicht. Da geht nichts mehr drüber. Ist in nächster Zeit aber nicht in Sicht.
Die ÖSTERREICHISCHEN BUNDESBAHNEN pirschen sich an. Mit ihrem Plakat: Heiße Fracht haben sie die Lage sondiert. Es gab eine Menge Erregung und ein paar Beschwerden an den Werberat. Dabei war das Bild total unverfänglich: drei junge Frauen, korrekt bekleidet, hinter einem geöffneten Waggonfenster.
 
Bei der Fortsetzung der Kampagne gab nicht der Text, sondern das Motiv Anlass zum Grübeln. "Was lief da ab, ehe die Dame sich ankleidete um rechtzeitig ihren Zug zu erreichen?"    Bild ÖBB

 

Lesben mit Kinderwunsch
Im HUMANIC-Spot "Samenbank" blättert ein lesbisches Paar im Spenderverzeichnis. Herren mit besten intellektuellen und materiellen Voraussetzungen finden keine Beachtung. Als sie jedoch auf einen Kandidaten stoßen, der zwar ziemlich unattraktiv, von Beruf jedoch Schuhverkäufer bei Humanic ist, beginnen sie einander im Gefühlstaumel leidenschaftlich zu küssen.   Bild HUMANIC
Der Österreichische Werberat bekam Arbeit.

 

Seit der Beziehungskomödie „Harry und Sally“ ist die Darstellung des Orgasmus´ familientauglich. Der Höhepunkt hat sich fürs Hauptabendprogramm qualifiziert.

Weitere diesbezügliche Vorarbeiten leistete Jamie Lee Curtis in „Ein Fisch namens Wanda“. Der von ihr gespielten Titelfigur reichten ein paar wahllos eingestreute fremdsprachige Begriffe, um in sexuelle Erregung zu kommen.
Ein Rezept, dessen sich auch der Werbespot für „Best of Fonds“ (Auftraggeber Erste Bank und Sparkassen) bediente. Hier erwies sich die Aufzählung von Kapitalanlageprodukten Orgasmus auslösend.
  Bild ERSTE
Ein Aufreger. Jede Menge Post für den Werberat.

 

Geht heiß her, an den Börsen. Besonders in den Kurven.
Die deutsche Börse AG bewirbt ihre Service-Website GodmodeTrader im Rohstoffreport Ausgabe 1608:

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Einfach, für jeden machbar und dauerhaft kostenfrei!

 

Tampos erleichtern nicht nur die kritischen Tage.
Sondern auch die Nächte. Denn alle Vorteile, die Tampos tagsüber haben, haben sie auch nachts.
Zum Beispiel werden sie innerlich getragen. Das heißt, man braucht keinen Gürtel und auch keinen Slip. Das heißt, daß Tampons nicht verrutschen. Und das heißt, daß Tampons unsichtbar sind. Sie können also das durchsichtigste Ihrer Nachthemden tragen. Oder gar keins.
Und man spürt Tampons nicht.
Denn richtig, das heißt .....

Eine Gebrauchsanleitung für die richtige Handhabung  von o.b. in Kombination mit einem erotischen Foto sollte die Akzeptanz des Produkts erhöhen. Inserat Oktober 1971
Weitere o.b.-Motive

 

Bitte einmal scharf Rasieren
Ganz ohne Scham fasst Gucci ins gleichnamige Haar und rasiert einem zarten Model das Firmenlogo in die Intimzone. Guerillamarketing wie es sein soll. Originell und an unerwarteten Plätzen. Na sowas. Der softige Knabe kann´s kaum glauben. Zwecks Schnittkontrolle sinkt er in die Knie. Hilfsbereit und zärtlich wärmt er mit seiner Hand ihre Kniescheibe. Zum Sanitäter berufen.
Bild GUCCI

     

Provokation vom Dufthersteller MEXX. Ein bisschen Schwarz-Weiß, ein wenig Hetero, dazu noch Bi, dass schadet nie.

eau de toilette for women

Für die aufgeschlossene Dame. Wie zu sehen.
Kampagne 1996

 

SHAPE, die Fitness-Zeitschrift für Frauen, warb 1999 mit den unten abgebildeten Motiven um Leserinnen. Für die in den auflagenstärksten Frauenmagazinen geschaltete  Kampagne fotografierten sich die Models selbst. Zu einem von ihnen bestimmten Zeitpunkt betätigten sie den über eine Verlängerung (siehe Abbildungen) auslösbaren Objektiv-verschluss.
Die Bildüberschriften lieferten die Motivation: Das schöne an einem flachen Bauch: daß man ihn beim Sex nicht mehr einziehen muß. - Tu Dir einen Gefallen: Dir gefallen. - Liebe Deinen Körper. Dann liebt ihn auch Dein Nächster.
Agentur: JvMi
 

                                                                           

Anders als bei der SHAPE-Kampagne war der Selbstauslöser, den Rudolf Schenker, Gittarist der Scorpions in seiner Linken hält, micht mit einer Kamera verbunden. Neben Schenker gaben die Schauspieler Esther Schweins, Jasmin Tabatabai, Natalia Wörner, Ralph Herforth und die Sängerin Annett Louisan den Blickfang der mey-Kampagne (Herbst 2008). Jung von Matt, Deutschlands führende Agentur, verpasste dem Unterwäsche-Produzenten ein Sexy-Image.   Bild: mey-website

 

Wenn Worte nicht reichen, muss man die Dinge selbst in die Hand nehmen. Hatte Benetton schon ausreichend für werbliche Aufreger (Aids-Sterbender, Blutige Uniformen, Priester küsst Nonne, ...) gesorgt, legt die Tochterfirma Sisley noch ein Schäuferl nach: Masturbation (Bild links), Geschlechtsverkehr, Homosexualität, Sado-Maso, Fetisch, Zoophilie sind Themen ihrer auf Provokation ausgerichteten Werbestrategie. Die vom Fotografen Terry Richardson aufgenommenen Bilder der Werbekampagne, auch die nicht veröffentlichten, werden im Rahmen von Ausstellungen gezeigt.  Plakatfoto WEBSCHOOL
Empörte Reaktionen im Beschwerdekasten des Werberats.

 

„The ultimate attraction”. Lassen wir den ersten Eindruck unkommentiert. Auf den zweiten Blick kann das Bildmotiv der BMW-Werbung auch so interpretiert werden:
Zu sehen ist ein ambitionierter Mann, der nicht nur um die hormonelle Zufriedenheit seiner Partnerin, sondern auch um deren Recht am eigenen Bild und den Schutz ihrer Anonymität (Gesicht abgedeckt) kreativ bemüht ist. Konzession an den US-Markt: Die Dame trägt auch in gefühlsmäßig unübersichtlichen Situationen BH!   Bild BMW  

 

Ein nackter Straftäter und eine nacktes Verbrechensopfer waren Blickfang einer Plakat-kampagne der Agentur PKP proximity. Ziel war es, für den Verein Neustart Spendengelder aufzutreiben. Die 24-Bogen-Plakate waren im August 2005 zu sehen. Zu den Plakaten teilte uns Neustart mit: "Die Kampagne zielt darauf ab, Verständnis für die ausgesetzte Situation von Menschen, die von Kriminalität betroffen sind, zu generieren. Als Symbol für die Krisen dieser Menschen wird die Nacktheit gewählt.
   
Man sieht zwei Menschen, die durch eine existenzielle Krise mit buchstäblich "Nichts" dastehen. Sie sind wie bei der Geburt nackt, nehmen einen Neustart ins Leben in Angriff. Die Nacktheit ist das Symbol, um dies auszudrücken."
Eine Woche nach Entfernen der Plakate machten wir einen kleinen Erinnerungstest: von 50 Personen hatten sechs zumindest eines der Plakate gesehen. Davon wussten vier nicht, wer damit  welches Werbeziel verfolgt hatte.
Zwei waren sicher: Werbung für Socken!
 
Die Kampagne lief bundesweit, 1.000 Plakate wurden geklebt. Die abgebildeten Personen waren Models.
Proteste wegen mangelnder Sensibilität gegenüber Verbrechensopfern gingen beim Werberat ein. Der erklärte sich für nicht zuständig, weil nur Wirtschaftswerbung in seinen Wirkungsbereich fällt.                             
Plakatfotos NETSCHOOL

  

Mit ermüdender Verlässlichkeit fanden sich auch bei der COSMOS-Kampagne im September 2006 ein paar Frauen, die beim Werberat und in der Presse ihre Empörung ablieferten und dadurch die Werbewirkung vervielfachten. Medienberichten zufolge fand die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer die Bilder "beschämend, jämmerlich, sexistische, herabwürdigend" und nutzte die Gelegenheit sofort für eine politische Attacke gegen die ÖVP-Frauenministerin.
Sinniger Titel der Kampagne: High-Tech-Fetisch.                                  
Bild COSMOS

 

Jetzt sind wir so ziemlich durch. Drei einschlägige Themen stehen den Kreativen in der Werbebranche noch unbeackert offen:
Sex mit Gummibärchen (die echten bitte, die aus Kautschuk hat sich schon Sisley geschnappt), Sex mit Kakteen und Sex mit Toten. 
Aber vielleicht habe ich`s nur übersehen.

In einer Entschließung erklärten die Abgeordneten des Europarates (Mitglieder sind alle europäischen Staaten außer Weißrussland und Vatikan) am 26. Juni 2007, dass in der Werbung ein Frauenbild gezeigt wird, das der Stellung der Frau in der Gesellschaft völlig widerspricht. Sie präsentiere Frauen entweder in erniedrigenden und herabwürdigenden Situationen, oder als Heimchen am Herd.
Die Mitgliedstaaten wurden aufgefordert, im Rahmen ihrer nationalen Gesetzgebung die Aufforderung zur Diskriminierung in den Werbemedien unter Strafe zu stellen.

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