WERBUNG        MANNER-SCHNITTEN IN TERMINATOR III        BRAND ENTERTAINMENT       TV-WERBETARIFE

 

PRODUCT PLACEMENT

Unter Product Placement versteht man die gezielte werbewirksame Einbindung von Produkten, Dienstleistungen, Marken oder Unternehmungen als Requisiten in die Handlung eines Kinospielfilms, einer Fernsehsendung oder eines Videoclips.
Häufig platzierte Produkte und Marken sind vor allem Autos, Uhren, Getränke und Bekleidung.

Product Placement ist in die Handlung integriert. Aus der Marke wird ein Erlebnis, denn ein Spielfilm schafft Erlebniswelten. Mit Product Placement wird eine emotionale Zuwendung zum Produkt erreicht.
Große Unternehmen haben einen "Head of Film Placement" installiert. Er ist verantwortlich für die Unterbringung der Markenprodukte in Spielfilmen, Musikvideos und Computerspielen. Nicht, dass ein Produkt überhaupt im Film vorkommt, sondern welches Produkt in welche Szene passt bzw. am besten zur Geltung kommt, ist Ziel seiner Arbeit.

Nach Schätzungen eines US-Branchenverbandes werden pro Jahr mehr als 300 Millionen Dollar an die Hollywood-Studios bezahlt, damit bestimmte Produkte in Filmen präsentiert werden.
Das US-Marktforschungsinstitut PQ Media beziffert für das Jahr 2005 die weltweiten Ausgaben für Product Placement mit 2,2 Mrd. $, 2006 sollten es 3,1 Mrd. $ werden, davon entfallen zwei Drittel auf das Fernsehen.

 

Product Placement gibt es in den unterschiedlichsten Formen
  • On Set Placement
    Die Produkte stehen nur irgendwo herum und haben mit der Handlung nichts zu tun.
  • Creative Placement
    Hier ist das Produkt Bestandteil der Handlung, es "spielt" eine Rolle, weil
    • Verbal Placement
      ... es im Dialog genannt oder sogar positiv bewertet wird
    • Visual Placement
      ... es von Hauptdarstellern verwendet wird
  • Corporate Placement
    z. B.: ein Unternehmen wird in den Handlungsablauf integriert, durch Einblendung des Logos.
    • Image Placement
      Das Gesamtthema eines Filmes ist auf ein einziges Produkt/Marke/Firma zugeschnitten. Die US-Army fördert seit Jahrzehnten Hollywood-Produktionen, welche die Armee als Ganzes oder bestimmte Waffengattungen in heroischem Licht zeigen: Midway, Top Gun, ...
    • Innovation Placement
      Mittels einer Platzierung wird ein Produkt/Marke in den Markt eingeführt.
    • Location Placement
      - wird hauptsächlich von der Tourismusbranche für werbliche Zwecke genutzt. Schlosshotel Orth, Kommissar Rex, Das Traumschiff, Der Winzerkönig, ... fallen in dieses Segment.
    • Generic Placement
      Integration von Warengruppen ohne Markenauftritt. Diese Werbeform funktioniert dann, wenn eine Marke bereits bekannt ist. MEN IN BLACK - RAY BAN  -  die Brille wird wegen ihrer klassischen Form identifiziert.
    • Music Placement
      Die Filmmusik stellt einen Grund für den Kinobesuch dar und soll nach der Vorstellung zum Kauf einer CD  motivieren.
    • Gewinnspiele
      In den Gameshows werden die Produkte unterhaltend präsentiert, wobei diese entweder Gegenstand des Quiz sind oder einen angepriesenen Gewinn darstellen.
  • Content wraps
    Produkt bzw. Werbebotschaft wird nicht in den Inhalt integriert, sondern Mini-Storys mit Fortsetzungscharakter, die eine Fernsehserienfolge dreimal unterbrechen werben erzählen eine Geschichte über ein bestimmtes Produkt.

 

Welche Kleidung trägt ein Generaldirektor im Film, eine Hausfrau, eine Wissenschaftlerin, ein Rechtsanwalt, eine Richterin und wie sehen all diese Rollen aus, wenn ihre Akteure in privater Sphäre auftreten sollen? Welche Kugelschreiber, Füllfederhalter, Ringe, Ketten, Broschen, Schlipse tragen diese Menschen, welche Autos fahren sie? Teilweise stehen diese Dinge im Drehbuch, teils werden sie bei den Filmvorbesprechungen überlegt. Darüber wird nicht erst am Drehort entschieden.

Der Requisiteur besorgt diese Gegenstände. Bevor er sie kauft, überlegt er, sie vielleicht zu mieten. Noch besser, er findet einen Hersteller, der sie ihm kostenfrei leiht oder - absoluter Idealfall -  dafür Geld bezahlt, dass sein Produkt im Film erscheint.
Je deutlicher das Produkt allein durch seine Form auf den Hersteller hinweist, um so eindeutiger bringt es sich als Marke ins Bewusstsein der Zuschauer. Nachfrage und Angebot bestimmen dabei den PP-Preis. Der besteht nicht immer im Austausch von Geld, sondern wird oft mit einem Gegengeschäft kompensiert: Der Film wirbt in gewisser Weise für das Produkt. Das Produkt wiederum dient der klaren Positionierung und Charakterisierung einer Szene und ist in so einem Fall kostenfrei erhältlich, wenn beide Parteien ihre Interessen erfüllt sehen.

Wenn also der Film genau so viel Image vom Produkt erhält, wie er selbst dem Produkt gibt, um so gleichwertiger sind die Vorteile, die Filmproduzent und Hersteller haben. Man spricht vom gegenseitigen Imagetransfer. Die Interessen gleichen sich aus, ohne dass Geld fließt.

 

Im Sommer 2003 kam "TERMINATOR III" in die Kinos. Der österreichische Notebook-Produzent GERICOM hat eines seiner Notebook-Modelle in dem neuen Schwarzenegger Film an "prominenter Stelle" (was immer das auch heißen mag) untergebracht. 

Noch ein weiteres österreichisches Unternehmen, der Süßwarenproduzent MANNER, ist in die Handlung des Streifens eingebaut. Man sieht den Terminator beim Verteilen von Mannerschnitten!

MANNER ist immer wieder in Serien und Filmen platziert, so zum Beispiel in "Friends" und "Ally Mc Beal". 

Sportgummi, das halbweiche Kaugelee von EGGER´s  versüßt den Kinobesuchern schon seit Generationen das Filmerlebnis. Im Bockerer IV wurde endlich auch auf der Leinwand mitgegessen. 

Josef Hader, Darsteller des Detektivs Brenner in Silentium, flüchtet aus einem Keller, in dem er Flaschenkisten der Biermarke STIEGL zu einer Treppe stapelt.

In der Kabarettverfilmung „Die Viertelliterklasse“ (2005) drängeln sich Fulda Reifen, Hertz Autovermietung, Jacques Lemans, Juvina, Kelly, ÖAMTC, Bäckerei Ströck und Taxi 40 100 in die Handlung.

Für Product Placement in österreichischen Filmen müssen die Unternehmen zwischen 10.000 und 20.000 Euro veranschlagen, die Produkt-Präsenz  in internationalen Produktionen kostet von 100.000 Euro aufwärts.

Entgegen gesetzlicher Regelungen wurde während zehn Jahren in die ARD-Serie "Marienhof" Werbebotschaften von Firmen und Interessenvertretungen eingeblendet und sogar in die Textdialoge (Verbal Placement) eingebaut.  Dem produzierenden Unternehmen brachte das seit 1998 rund 3,5 Mio. € Einnahmen.
Wegen "illegaler" Themenplatzierung im Marienhof erhielten

  • - der Deutsche Apothekerverband und die  Bundesvereinigung der Arzneimittelhersteller vom Deutschen Rat für Public Relations eine Rüge und eine Zahlung von knapp über 173.000 Euro aufgebrummt
  • - der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft eine Rüge.
Bei der Spitalsserie "In aller Freundschaft" brachten Pharmaunternehmen die Inhaltsstoffe ihrer Produkte im Rahmen der Handlung unter. In den Folgen, die zwischen 2002 und 2004 auf ARD liefen, wurden während Arzt-Patienten-Dialogen  pharmazeutische Wirkstoffe genannt, die Bestandteile der Medikamente der betreffenden Pharmahersteller waren. Für die Nennung hatten sie in Einzelfällen bis zu 30.000,- Euro zu bezahlen.

Bei Cross-Promotion-Vereinbarungen fließt kein Geld. Hier verpflichtet sich der Produkterzeuger als Gegenleistung für den Film zu werben. Zum Beispiel, in dem er im Rahmen seiner Werbespots Ausschnitte des Films verwendet, oder mit Gewinnspielen und Merchandising-Aktivitäten.

 

Das Beispiel James Bond und BMW      Alle Bilder  BMW
BMW und “GoldenEye”
Bond fuhr in “GoldenEye” erstmals ein deutsches Auto, einen BMW Z3 Roadster in atlantablau. Hier deckten sich die Interessen von BMW, dem Verleiher Metro Goldwyn Mayer (MGM) und dem Filmproduzenten EON-Productions Ltd.: BMW wollte den Z3 Roadster weltweit bekannt machen, MGM neue Zielgruppen in der BMW Welt gewinnen.


Bild NETSCHOOL

Man hatte schon früher erfolgreich zusammengearbeitet, denn für den 1983 entstandenen  007-Film “Octopussy” waren zwei BMW 5er-Polizeilimousinen und ein BMW Motorrad im Einsatz und jagten Bond, damals dargestellt von Roger Moore, durch Berlin. Jetzt ergab sich eine neue Dimension der Zusammenarbeit: BMW hatte gerade den neuen Z3 Roadster entwickelt, für dessen Produktion im amerikanischen Spartanburg ein eigenes Werk entstand. So kam ein Filmteam im September 1994 nach München, um sich einen Eindruck vom neuen Wagen zu verschaffen. Was man sah, war überzeugend. Wenig später reiste eine Produktionsassistentin mit dem noch geheimen Drehbuch an die Isar, gab einen Einblick in die geplanten Szenen und man wurde sich einig.

Wir zahlen keinen Pfennig
“Wir zahlen keinen Pfennig und haben keinen Einfluss auf die Filmproduktion”, ließ BMW verlauten. In diesem wie auch in den beiden späteren Filmen ging es darum, das Auto einer großen Öffentlichkeit bekannt zu machen und den Film in der eigenen Automobilwerbung nutzen zu können. Daher bewarb BMW den Film in seiner Kampagne für den Wagen und ersparte der Filmproduktion damit Werbekosten in Ländern, in denen die BMW-Werbung lief. Cross Promotion lautet das Zauberwort für diesen Interessenaustausch. Man wurde Marketing-Partner und beide Parteien profitierten davon.

 

BMW und “Der Morgen stirbt nie”
Ging es 1995 darum, den Z3 Roadster bekannt zu machen, so traf das zwei Jahre später beim James Bond-Film “Der Morgen stirbt nie” auf das Motorrad R 1200 C zu, das 007 in Bangkok aus einer brenzligen Situation hilft.
Für die BMW AG war die Entwicklung dieses Modells ein Schritt in eine neue Richtung. Nie zuvor hatte man einen Chopper auf den Markt gebracht und jetzt machte der Agent Ihrer Majestät deutlich, dass man mit dem 256 Kilogramm schweren Bike Kapriolen voll-führen kann, die in spannender Weise zeigen, dass ein Tourer auch ganz schön wendig sein kann. Das Resultat war ein voller Erfolg. Für den James Bond-Film entstand eine der aufregendsten und aufwändigsten Verfolgungsjagden in der Filmgeschichte, wozu


Bild BMW

auch Sprünge von Dach zu Dach zählten. Die vierwöchige Drehzeit hatte sich gelohnt. Für BMW wurde der Cruiser zum bestverkauften Motorrad des Jahres 1998.

 

BMW und “The World Is Not Enough”
Die erneute und damit dritte Zusammenarbeit im Bond-Film “Die Welt ist nicht genug” be-gann im Januar 1998. Damals machte man MGM und EON darauf aufmerksam, dass eine zurzeit noch “Z 07” genannte Designstudie als Sportwagen auf den Markt kommen werde. Die Studie war bereits auf der Tokyo Motorshow zu sehen. Als man dann im September mit den Vorbereitungen für das jüngste Action-Abenteuer begann, meldeten sich MGM/ EON und sahen sich den Prototypen an, der jetzt die Bezeichnung Z8 trug. Optik und Lei-stung stießen auf Interesse und so vereinbarte man wiederum einen besonderen Einsatz.


Bild BMW

Drei handgefertigte Prototypen, silbermetallic mit schwarzer Lederinnenausstattung,  verließen das Werk und stan-den im Laufe des Jahres 1999 in Baku am Kaspischen Meer, in England und in den Londoner Pinewood Studios vor der Kamera.

Wie schon bei “GoldenEye” und “Der MORGEN stirbt nie” ist auch bei “Die Welt ist nicht genug” Cross Promotion die Basis der Zusammenarbeit zwischen BMW, MGM und EON: Der Film zeigt das BMW-Fahrzeug und BMW wirbt in seiner Kommunikation für den Z8 auch für den Film. Dies geschieht weltweit mit TV-Spots, in der Anzeigenwerbung und in den Verkaufsräumen der Händler. Spezielle Displays wurden hier geplant sowie ein James Bond-Sondermagazin.

Auch auf Messen und Ausstellungen wird die Verbindung des Films mit BMW dargestellt.
BMW hatte damit zum dritten Mal eine neue Kommunikationsform genutzt, um ein Produkt bekannt zu machen und zu profilieren, das zum Zeitpunkt der Filmpremiere noch gar nicht im Markt zu kaufen ist.
 

Nach den BMW-Jahren kam wieder einmal Aston Martin dran. Kurz war die Freude. Der 330.000 Euro-Schlitten musste in der 2005 gedrehten Bond-Fortsetzung einer anderen Marke Platz machen. Gänzlich standeswidrig wurde ein 8.000-Euro-Auto für agentenreif befunden: der FIAT-PANDA.

    

Mit einem Produkt für eine gänzlich andere Zielgruppe stattete BMW den Film The Italian Job (produziert 2003), der Neuverfilmung des 1969er Klassikers "Charlie staubt die Millionen ab", aus. Eine ganze Flotte BMW-Minis wurden in dem Streifen so effektiv in Szene gesetzt, dass BMW mit der Produktion nicht mehr nachkam.

Ein AUDI ist in I, Robot - Jahr der Handlung 2035 - das bevorzugte Fortbewegungsmittel des von Will Smith gespielten Titelhelden.

 

Im September 2003 kam der österreichische Spielfilm TWINNY in die Kinos. In dem Streifen spielen österreichische Markenprodukte eine bedeutende Rolle. Sie definieren das Lebensgefühl der siebziger und achtziger Jahre. Neben dem ORF steuerte das Product Placement erhebliche Mittel zum Filmbudget bei.
Der Film war auch im ORF zu sehen.

In der ORF-Serie Mitten im Achten (gestartet im April 2007) sind Marken überdeutlich präsent (UPC-Telekabel, Zipfer-Bier, Nescafe, Cif, H&M, Kika, Obi), teilweise balgen sich die Darsteller sogar darum (Kellys!).

Echte Wiener , die filmische Fortsetzung der ORF-Serie Ein echter Wiener geht nicht unter - Premiere 19. Dezember 2008 - bot dem Product Placement ein weites Einsatzfeld bieten. Die Vermarktung oblag der Agentur "Product Placement International". 8 bis 15 % der Produktionskosten (~ 3 Mio. €) wurden mit dem Product Placement verdient (vertretene Firmen: Manner, Orange, HP, Radatz, Juvina, Siemens, Zielpunkt, Schartner Bombe, Kronen Zeitung, Swatch, ...).

 

Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück, in der Liebeskomödie (2001) wird der Hauptdarstellerin in der letzten Szene  ein neues Tagebuch geschenkt. Es ist groß zu sehen, auf rotem Buchdeckel hebt sich ein weißes Montblanc-Logo deutlich ab.

Trennung mit Hindernissen, US-Beziehungskomödie mit Jennifer Aniston und Vince Vaughn (2006) zeigte neben der Handlung mehrmals und unübersehbar auf dem Tisch der Hauptdarstellerin eine Packung des auch bei uns erhältlichen Multi-Vitaminpräparates CENTRUM.

Klimt, der Film  über den gleichnamige Maler mit John Malkovich in der Hauptrolle (Premiere 1. März 2006), wurde an den Wiener Originalschauplätzen gedreht. Erzeugnisse der Firmen Bösendorfer, Schau Schau-Brillen und Lobmeyr aus dem Jahr 1918 waren in die Handlung integriert.

Wie in der TV-Serie bot auch der Film Sex and the City (Ö-Premiere 30. 6. 2008) reichlich Raum für Markenplatzierungen. Während zweier Stunden purzelten rund 160 Marken aus der Leinwand.

 

PRODUCT PLACEMENT ist der Film
 


City-Light

Wer sich die DVD des Mystery-Films Dad´s Dead beschaffen wollte, musste auf www.dadsdead.at einen Gutschein downloaden und ausdrucken. Eingelöst konnte der nur in einer österreichischen MediaMarkt-Filiale werden. Was nicht weiter verwunderlich war, wurde doch der 40-Minuten-Streifen im Auftrag und auf Kosten des Elektronikanbieters zu Werbezwecken produziert.
Aus dem Filmmaterial hergestellte Werbespots und ein Computerspiel (Promotion Game) komplettier-ten die Kampagne. Das Medienecho war beachtlich und verstärkte zusätzlich die Werbewirkung.
Budget: 690.000,- €
Die Kampagne der Agentur Media 1gewann beim Media Award 2007 Gold in der Kategorie "Exzellente Media-Strategie". Die Jury hob hervor, "... dass alle Kommunikationskanäle zeitlich und inhaltlich exakt aufeinander abgestimmt waren".
In der Teaserphase gab es 31.400 Zugriffe auf die Website, 60.000 DVDs wurden abgesetzt.
Den amerikanischen Biker-Star Ron Hammer, eine erfundene Person mit ebensolchem Lebenslauf und eigener Website, machte der Baumarktbetreiber Hornbach zum Träger einer Kampagne. Ein gefaktes Crash-Video, die Bewerbung seiner 'Ultimate Bike Jump Tour', Merchandising-Artikel, TV-Auftritte, ein eigener Song ... ein ganzes Bündel von Aktivitäten der Kunstfigur sorgte für anhaltende Präsenz und Bekanntheit.
 
Prominente Regisseure (Ridley Scott, John Frankenheimer) und weltbekannte Schauspieler (Gary Oldman, Mickey Rourke) engagierte BMW für die beiden Staffeln der  Action-Kurzfilmserie The Hire. Die insgesamt acht Filme entstanden 2001 und 2002. Die Spots wurden zu Werbezwecken im Internet eingesetzt und wegen des großen Echos als DVD zum Selbstkostenpreis verbreitet. 2005 wurde der Vertrieb eingestellt.
Der Kurzfilm the CALL ist auf der Website des Reifenproduzenten Pirelli als Download verfügbar. In dem Mystery-Film spielt John Malkovich einen Priester, Naomi Campbell verkörpert das dämonische Element.

 

Auszug aus den ORF-Richtlinien für Product Placement (alte Regelung)
+
Für ein wirkungsvolles Placement sind nur solche Produkte geeignet, die vom Publikum aufgrund des Schriftzuges, der Farbzusammenstellung oder der Form als Markenprodukt erkannt werden.
+
Product Placement ist in Nachrichtensendungen (ZIB, Sport anschließend an die ZIB) und Sendungen zur politischen Information nicht zugelassen.
+
Es besteht ein redaktionelles Vetorecht gegen jedwede Platzierung, die nicht zur Produktion passt.
+
Das Image des Films bzw. der Produktion muss mit dem Markenprofil in Einklang stehen. Handlung, Darstellung und Produkt müssen zueinander passen.
+
Nach den gesetzlichen Normen des österreichischen Rundfunks sind neben Werbung für Tabakwaren, Spirituosen und rezeptpflichtige Arzneimittel, auch Anzeigen für privatem Geldverleih oder Werbung, die an den Aberglauben appelliert, von der Sendung ausgeschlossen.
+
Sendungen mit Product Placement werden am Ende der Sendung gekennzeichnet (im Schlussroller durch die Formulierung "Mit Unterstützung von...").
 

Neue Regelung: Seit Wirksamkeit des neuen ORF-Gesetzes ist dem ORF diese Art der Werbung verboten (ORF-Gesetz §§ 14 - 17). Das ist dem ORF aber ziemlich egal. In den Kochsendungen ("Frisch gekocht", "Frisch gekocht unterwegs", ...) und in "Willkommen Österreich" (bei den Gewinnspielen) - um nur zwei Beispiele zu nennen - drängeln sich Produkte und Logos gegenseitig vom Bildschirm.
Als die Medienbehörde KOMM-AUSTRIA im September 2004 bei "Frisch gekocht" Gesetzesverstöße feststellte, kündigte der ORF die Einstellung der Serie an, sollte Product Placement in dieser Sendereihe verboten werden!

Ausnahme
: Product Placement ist erlaubt, wenn es bei der Übertragung von Sport-, Kultur- und Wohltätigkeitsveranstaltungen notwendig ist und Kinofilmen, Fernsehfilmen und Fernsehserien
(§ 14 Absatz 5).
Nach über dreijähriger Verfahrensdauer entschied der VwGH, dass dem ORF Product Placement erlaubt ist, sofern er nicht mehr als 1.000,- Euro dafür kassiert. Anlassfall war die Sendung "Starmania" im Jänner 2003.

Der BUNDESKOMMUNIKATIONSSENAT (www.bks.gv.at) überwacht die Einhaltung des Gesetzes. So verbot er beispielsweise die beim  ORF so beliebte Filetierung von Sportübertragungen (Formel I) nach dem Muster Vorspiel - Hauptspiel - Nachspiel, weil es sich um eine Einzelsendung handelt. Daher verstößt die dazwischen ausgestrahlte Werbung gegen das Verbot der Unterbrecherwerbung.

Im September 2007 beschloss die EU eine Richtlinie über die Produktplatzierung im TV.
Ein Kompromiss aus den Vorschlägen des Europäischen Parlaments bzw. des Ministerrats brachte folgende Regelung:

  • Die TV-Zuseher müssen vor Beginn, nach dem Ende desFilms und nach den Werbepausen auf deas Vorhandensein von Product Placement hingewiesen werden [kann unterbleiben, wenn die ausstrahlende Station den Film nicht selbst produziert oder in Auftrag gegeben hat],
  • 12 Minuten Werbezeit pro Stunde,
  • bei Filmen, Theaterstücken und Opern erster Werbeblock frühestens nach 45 Minuten,
  • bei Kinder- und Nachrichtenprogrammen sowie Sendungen zum Zeitgeschehen darf der erste Werbeblock frühestens nach 30 Minuten ausgestrahlt werden.
  • Alle anderen Programme dürfen beliebig oft unterbrochen werden

Die EU-Staaten haben 2 Jahre Zeit, die neuen Bestimmungen in nationales Recht umzusetzen.

 

PRODUKTIONSHILFEN

Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit öffentlicher Medien haben ARD und ZDF vorgeschlagen bezahlte Produktplatzierungen durch Produktionshilfen zu ersetzen.
Verglichen mit Product Placement handelt es sich zwar auch um unentgeltlich zu Verfügung gestellte Requisiten, jedoch darf vom Hersteller (Warenproduzenten) KEINE zusätzliche Zahlung geleistet werden.
Die künstlerische bzw. journalistische Freiheit darf nicht eingeschränkt werden.
Marken, Herstellernamen und ähnliche Kennzeichen dürfen nicht besonders hervorgehoben werden.
Die Zuschauer sind über den Einsatz von Produktionshilfen zu informieren.

 

BRAND ENTERTAINMENT - PRODUCT PLACEMENT IN SPIELEN - INGAME-WERBUNG

Videospiele und Online-Spiele finden millionenfachen Absatz bzw. werden von Millionen Internetnutzern gespielt. Die Spieler sind meist zwischen 15 und 40 Jahre alt. Eine genau umrissenen und begehrte Zielgruppe für die Werber.
Bei Autorennen innerhalb von Stadtgebieten, in der realen Welt natürlich streng verboten, "fahren" die Spieler Autos der gängigen Weltmarken. Für die Kfz-Produzenten ist es nicht unwichtig, ob ein Modell aus ihrer Produktion im Spiel zu Verfügung steht und wie erfolgreich es in den Rennen abschneidet.
Wie im echten Leben finden Fußball- und Eishockey-Spiele in Stadien statt. Und natürlich sind sie von Banden begrenzt. Deren Werbeflächen von den Spiele-Produzenten realen Unternehmen angeboten werden. Die bezahlte Werbung wird von den Spiele-Programmieren nach realen Vorbildern als fixes Werbemotiv oder in Wechseleinblendungen (z. B. im 20-Sekunden-Abstand, dann kann man die Bandenfläche gleich dreimal verkaufen) in die Spielumgebung eingebaut.
Wird bei bestehender Online-Verbindung gespielt, kann festgestellt werden, in welchem Land sich der Spieler befindet. Die Ingame-Werbebotschaft wird lokal angeglichen und in Echtzeit aktualisiert.
Die Bekleidung der handelnden Figuren bietet Markenartiklern eine Möglichkeit zur Warenpräsentationen.
Abzuwarten bleibt, ob die Hersteller von Produkten, die zunehmenden Werbe-Beschränkungen unterliegen (Alkoholika, Tabakwaren) auf Brand Entertainment ausweichen werden.

Am Online-Spiel "Second Life" (produziert von Linden Labs) beteiligen sich weltweit ca. 3 Millionen Personen, die sich in 8 Millionen Avataren in der virtuellen Welt herumtreiben. Registriert sind sieben Millionen. Sie verfolgen dort die gleichen Strategien wie in der realen Welt: möglichst luxuriös zu leben und die Freizeit vergnüglich zu verbringen. Finanziert wird die virtuelle Existenz mit dem Spielgeld "Linden-Dollars", die von den Spielern - natürlich mit echtem Geld - gekauft werden  Kurs: 1 Linden$ = ~0,3 US$-Cent.
Die Teilnehmer basteln sich einen persönlichen Avatar, in dem sie aus mehreren Grundfiguren eine auswählen, der sie bestimmte Augen-, Haut- oder Haarfarbe bzw. Körpergröße zuordnen. Dann kann das virtuelle Leben beginnen. Das  kostenlose Einstiegsguthaben (270 Lindendollar) ist nach dem Kauf von Kleidern, Friseurbesuchen, ... bald verbraucht.
Reale Unternehmen und Konzerne die auch in der Scheinwelt vertreten sein wollen - Anfang 2007 bereits 15.000 -, errichten in "Second Life" Vertretungen und versuchen dort mit dem Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen Geld zu verdienen. Mit 3D-Verkaufshallen und Testfahrzeugen sehr präsent ist die Autoindustrie: BMW, Toyota, Mercedes-Benz, Nissan, Mazda, General Motor laden zum virtuellen Besuch.
ADIDAS verkaufte in den ersten vier Monaten nach Eröffnung eines Shops 23.000 Paar Schuhe im Wert von 1,15 Millionen Linden$. IBM hat Anfang 2007 24 Second-Life-Inseln erworben.
Laut Umfragen war die Zunahme der kommerziellen Inhalte dem Interesse am "zweiten Leben" nicht sehr zuträglich. Die Besucher hätten meist nur einmal reingeschaut und sich dann wieder verabschiedet.
Aber es blieben noch mehr als genug, um 2007 bei Geschäften mit der virtuellen GINKO-Bank insgesamt 750.000 US-$ (ECHTE!) zu verlieren. Ab 22. Jänner 2008 verbot Linden Lab virtuelle Bankgeschäfte.

76 Millionen Charaktere sind im Habbo Hotel, einer Kombination aus Web-Community und Online-Game registriert. Jeder Teilnehmer kann seinen Avatar - den Habbo - aus vorgegebenen Teilen zusammensetzen. Wer etwas kaufen will, muss "Habbo-Taler" erwerben, das Zahlungsmittel im Habbo Hotel. Marken und Produkte aus der realen Welt schalten  Kampagnen in Form von Produkt-Wissenstests oder richten Ingame-Billboards (virtuelle Plakate im Hotel, die mit der Produkt-Website verlinkt sind) ein.

Ebenfalls Online gibt es Werbung in

  • BANNERSPIELEN
  • BROWSERSPIELEN
  • ONLINE-ADVERGAMES (werden auf der Website des werbenden Unternehmens gespielt. BEISPIELE
  • BRANDED-ONLINE-GAMES (zugekaufte Spiele, die mit eigenen Inhalten adaptiert werden)
  • KAUFSPIELE mit Onlinefunktion
An der Ski-Challenge 09 nahmen nach Schätzungen des Herstellers (greentube www.greentube.com) vier Mio. Spieler teil. Fernsehstationen in den alpinen und nordischen Staaten boten auf ihren Websites das Spiel zum
Download an und sorgten so für seine Publizität. Die Abfahrtstrecken im Spiel waren echten Weltcupstrecken nachempfunden. Potentielle Skistars mussten sich registrieren - kostenlos - und danach in die Qualifikation, wo sie ein vorgegebenes Zeitlimit zu erreichen hatten.
Nach jedem Rennwochenende wird die nächste Strecke zum Download freigeschalten.
Am Start, im Streckenverlauf und im Zielraum wird, wie in der realen Welt, geworben, was das Zeug hält. Aus diesen Einnahmen finanziert sich greentube.

 

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