POLITIK ERDÖL-ERDGAS DRITTE WELT KLIMA ROHSTOFFABHÄNGIGKEIT GEWERKSCHAFTEN
Futures Warenbörsen Strategische Rohstoffe Kaffee Kakao Zucker Milch Silber SELTENE ERDEN
Rindfleisch Platin Palladium Kupfer Pfeffer Gold Zink Zinn Manganknollen
| Aber unten liegt ein Land, / Früchte spiegelnd ohne Ende / in den alterslosen Seen. HOFMANNSTHAL |
ROHSTOFFMÄRKTE |
| In den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts betrachtete man Horten als Vorbeugung gegen einen plötzlichen Preisverfall bei Gütern wie Kaffee, Kakao und Gummi. | |
| Zudem gab es für einige
Rohstoffe (Kaffee, Kakao, Kautschuk) so genannte Buffer Stock Manager
(= Manager des Ausgleichslagers). Ihre Aufgabe bestand darin, das
Preisniveau zu stabilisieren, in dem
sie Überangebote durch gezielte Käufe aus dem Markt nahmen und zu hohe
Preise durch Verkäufe regulierten. Dafür stand ihnen ein Budget zur Verfügung, das sowohl von den wichtigsten Produzenten |
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| als auch den größten Abnehmern gespeist wurde. Seit der Ära von Margaret Thatcher und Ronald Reagan haben sich die Ansichten über die Rohstoffbörsen allerdings massiv geändert: Die Preise für Metalle müssten nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage ihr "eigenes Niveau" finden. Jene Länder, deren einzige Exportgüter diese Rohstoffe waren, sahen sich gezwungen, ihre Produktionskosten irgendwie zu senken, wollten sie wirtschaftlich überleben. Bilder NETSCHOOL |
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Auf der verzweifelten Suche nach ausländischen Investitionen in den Bergbau unterbinden Dritte-Welt-Staaten Gewerkschaftsaktivitäten und missachten den Umweltschutz. Steuerhinterziehung und Bestechung breiten sich aus. Um mit den Nachbarländern konkurrieren zu können, werden die Löhne gesenkt und die Währungen abgewertet. Um Importabhängigkeiten
im Fall militärischer Auseinandersetzungen oder durch politische
Erpressung zu verringern, wurden während des Kalten Kriegs bedeutende
Bestände „strategischer“
Metalle angehäuft. Diese Reserven wurden längst verkauft und haben zum
allgemeinen Überangebot beigetragen. Seit Anfang der neunziger Jahre
ist aus amerikanischen Armee-Beständen mehr Kobalt auf den Markt
gekommen, als Zaire, der größte Weltproduzent, in einem Jahr erzeugen
kann. |
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Bärenmarkt oder Bullenmarkt? Welche Faktoren auf den Rohwarenmärkten Preis bestimmend sein können, zeigen die folgenden Beispiele: |
| NZZ Der Londoner Kakao-Mai-Kontrakt sank auf 960 £ je t. Der New Yorker Mai-Kontrakt gab auf 1.625 $ je t nach. Der Interventions-spielraum des Bufferstock-Managers der Internationalen Kakao-Organisation war im Februar nach dem Erreichen einer Lagergrenze von 250.000 t erschöpft. Weil es zu keiner Einigung über einen neuen Stabilisierungsmechanismus kam, trat Anfang dieser Woche eine dem internationalen Kakaoabkommen gemäße Klausel in Kraft, mit deren Hilfe automatisch bis zu 120.000 t Angebot vom Markt ferngehalten werden können. 28. Juli 1988 | |
| Bloomberg Die Preise von Kakao sind am Mittwoch an den internationalen Rohstoffbörsen gestiegen. Rebellen aus dem Norden der Elfenbeinküste, dem weltweit größten Kakaoproduzenten, weigern sich, den abgeschlossenen Friedensvertrag einzuhalten. Die Kakaoproduktion in Côte d´ Ivory liegt dieses Jahr bereits um 11 % unter dem Vorjahrswert, weil einige Kakaobauern ihre Farmen aus Sicherheitsgründen verlassen haben. Gleichzeitig lassen die Wetteraussichten auch beim zweitgrößten Kakaoproduzenten, Ghana, eine um 7,9 % geringere Ernte erwarten. Kakao verteuerte sich im Handel in New York um 3,4 % auf 1.553 $ je Tonne. 16. 06. 2005 | |
| Bloomberg
Der Preis für Kakao stieg wegen ungünstiger
Ernteprognosen in der Elfenbeinküste auf den höchsten Stand seit 22
Jahren. Für den Septemberkontrakt wurden bis zu
1.682 £ pro Tonne (3.300 $) gezahlt. 19.
Juni 2008 1.820 £ pro Tonne notierte im Dezember 2008 der Maikontrakt. 2009 kam es zu weiteren Preissteigerungen als sich in den afrikanischen Anbauländern das "Cacao Swollen Shoot Virus" (CSSV) und in Brasilien der "Hexenbesen" (witches broom) ausbreitete. Weltproduktion Saison 2008/09: 3.520.000 t, Lagerstand: 1.300.000 t Mai 2009 |
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| Der britische Hedge-Fonds Armajaro hat am Terminmarkt in den vergangenen Wochen 241.000 Tonnen Kakaobohnen aufgekauft. Das entspricht 7 % der globalen Jahresproduktion. Armajaro-Gründer Anthony Ward hat bei einem ähnlichen Deal 2002 schon einmal 40 Mio. ₤ Gewinn gemacht. Handelsblatt 22. 7. 2010 | |
| NZZ Die Kupferpreise sind so tief wie seit den dreißiger Jahren nicht mehr. Eine soeben veröffentlichte Studie stellt auch für die mittelfristige Zukunft die Fortsetzung der Kupferrezession in Aussicht. .... Weiter Gründe dafür sind : die Einfuhren Chinas, die im vergangenen Jahr unerwartet die Weltvorräte nach unten gedrückt hatten, werden wegen des Mangels an Devisen von 356.000 t auf höchstens 200.000 t fallen. Der Rückgang der Nominalzinsen hat weltweit den Kupferverbrauch noch nicht stimuliert; er wird wahrscheinlich die 1984 registrierten Werte (7,6 Mio. t) nicht erreichen. 8. Oktober 1986 | |
| Bloomberg Der Preis für Kupfer ist am Donnerstag in London auf ein Allzeithoch gestiegen, nachdem die weltweiten Kupferreserven weiter abgeschmolzen waren. Die Kupferbestände an der London Metal Exchange sind auf 38.300 Tonnen gesunken, den tiefsten Stand seit 30 Jahren. .... durchbrach der Kupferpreis in London die technische Widerstandsmarke von 3.280 $ je Tonne, worauf laut Händlern Hedge-Funds ihre Käufe verstärkten. 17. Juni 2005 | |
| Im Dezember 2008 fiel Kupfer auf 2.817 $ je Tonne, von da an ging es stetig bergauf, im April 2010 lag der Preis für Lieferungen in 3 Monaten bei 8.009 $ je Tonne. Preis Dez. 2010: 9.260,- $ / t | |
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Massive Kupferkäufe an der LME durch
große Banken (Deutsche Bank, Credit Suisse, Goldman Sachs, ...) führen zu
einer künstlichen Verknappung und treiben den Preis auf
9.700 $ je Tonne.
4. Jan. 2011 2010 lag der weltweite Kupferverbrauch bei 19,3 Mio. t, davon entfielen auf China fast ein Drittel, auf die EU 4,2 Mio. t. Europa deckt 45 % seines Bedarfs durch wieder aufbereitetes Kupfer. |
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| NZZ Dem Silberpreis werden weiterhin keine nennenswerten Steigerungschancen eingeräumt. Der Preisdruck nach unten ist die Folge zweier Faktoren: der Angebotssteigerung aus Ländern wie Mexiko, Peru und Chile sowie der Tatsache , dass 70 % des Angebots an neuem Silber als Kuppelproduktion bei der Gewinnung anderer Buntmetalle anfallen. 13. Juni 1980 | |
| Silber befindet sich im Rahmen einer ausgedehnten Seitwärtskorrektur seit September in einer moderaten Aufwärtsbewegung. Am 23. 1. 2007 brach das Edelmetall schließlich über den Widerstandsbereich bei 13,05 - 13,40 $ nach oben hinaus und kletterte bis 13,77 $. Das kurzfristige Chartbild ist bullisch zu werten, das mittelfristige neutral mit bullischer Tendenz. Rohstoff Report 5. 2. 2007 | |
| NZZ Eine ausgezeichnete Zuckerernte innerhalb der EG, Importbeschränkungen in den USA mit Rücksicht auf die verzweifelte Lage der amerikanischen Zuckerproduzenten und ein nur mäßig zunehmender Verbrauch haben den Preis auf Tiefstniveau (95 £ je Tonne) sinken lassen. Die diesjährige Ernte in Kuba wird mit 8,2 Mio. t wesentlich über der erwarteten Ernte von weniger als 7,6 Mio. t liegen. 12. 8 1982 | |
| Bei Zucker betreibt der Fast-Monopolist Brasilien (über 60 % Marktanteil) eine Angebotspolitik, die für ständig steigende Preise sorgt. Erreicht Zucker nicht das gewünschte Preisniveau, wird das Zuckerrohr in die Ethanolherstellung umgeleitet. ........ der brasilianische Export von Ethanol wächst von Jahr zu Jahr. Abnehmer sind hier vor allem die "Freunde" aus China, aber ganz massiv auch Japan. Natürlich würde die Ethanolerzeugung sofort wieder runtergefahren, sollte der Preis für Benzin stark sinken. Insofern besteht eine direkte Verbindung zwischen Zucker, Erdöl und Benzin. ROHSTOFF-REPORT 1/2007 | |
| NZZ Die Preiswende hat bei Zink vor gut einem Jahr eingesetzt. Damals führte Anlagekäufer einerseits und umfangreiche Kapazitätsstilllegungen anderseits zu einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. .... Die Hüttenkapazität ist demgegenüber immer noch reichlich. Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, wenn Gerüchte über neue bevorstehende Produzentenpreiserhöhungen derzeit auf wenig Verständnis auf dieser Seite des Atlantiks stoßen. Die beiden maßgebenden deutschen Anbieter, Preussag und Metallgesellschaft, ließen erkennen, dass sie vorläufig nicht an eine Veränderung ihrer Listenpreise (925 $ je t) denken. 20. Juli 1981 | |
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Zink hat sich innerhalb eines Jahres von rund
1.200 auf 3.800 $ pro Tonne verteuert. Der Preis stieg im Einklang
mit der zunehmenden Verknappung des Metalls, das Firmen rund um den
Globus zur Ummantelung von Stahl zum Korrosionsschutz dient. Die
Stahlnachfrage boomt, weil es den westlichen Industrieländern
wirtschaftlich wieder besser geht und sich die Schwellenländer, darunter
besonders China, im Wachstum überschlagen. ... Die Lagerbestände sind auf
bedenklich niedrige Niveaus gefallen. ... Berichte über
Produktionsprobleme, Streiks und Unfälle gehörten seit Jahresbeginn zur
Tagesordnung.
ROHSTOFF-REPORT 11/2006
Preis Dez. 2010:
2.311,- $ / t Jahresproduktion
2010: 12,2 Mio. t. Preis für eine Tonne im Juni 2011:
2.230,- $ Größter Produzent: Nyrstar (CH) mit 8,8 % der WP |
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| NZZ Die Notierungen für schwarzen Pfeffer haben erneut nachgegeben. Der Handel, der seinen unmittelbaren Bedarf eingedeckt hat, hält sich jetzt offenbar in Erwartung noch niedrigerer Preise mit Käufen zurück. Die letzte Notierung cif Europa lag bei 1.175 $ je t. Noch im Mai waren Preise um 1.500 $ registriert worden. Über dem Markt lastet jetzt die Erwartung, dass nicht nur die brasilianische Ernte wesentlich über der Vorjahresernte von 30.000 t liegen wird, sondern dass vor allem aus Indien ein massives Exportangebot kommen könnte. 16. 08. 1982 | |
| Handelsblatt Der Pfefferpreis, die "Leitwährung" der Gewürzwelt, hat sich nach Branchenangaben im vergangenen Jahr mehr als verdop-pelt. Die deutschen Gewürzhersteller beklagten die explodierenden Kosten von Roh- und Zusatzstoffen. ......... Auch die Preise für Muskatnuss, Koriander und viele Kräuter seien um 25 Prozent angezogen. 22. Mai 2007 Preis 05. 2007: 5.500 $/Tonne | |
| NZZ Für 1984 zeichnen sich auf dem Rindfleischmarkt Überflusstendenzen ab. Die Verteuerung von Futtergetreide und Sojabohnen seit Mitte 1983 und von Maniok seit Ende 1982 dürfte bei Rindern eher zu einem Abbau der Herdenbestände und zu vermehrten Schlachtun-gen führen, beeinflussen aber gleichzeitig die wesentlich kürzeren Mastzyklen von Schweinen und Federvieh. Zugleich sind aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus den USA, behördlich subventionierte Schlachtförderungsprogramme zur Verminderung der Überschussproduktion bei Milch zu melden. 29. Jänner 1984 | |
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BörseGo An der Terminbörse von
Chicago befinden sich nach dem ersten BSE-Fall in den USA die Preise für
Rindfleisch weiterhin im freien Fall. Für den Dezember-Kontrakt auf
das Pfund Lebendgewicht wurde sogar die Handelsspanne ausgeweitet. Er fiel
heute um 5,9 Prozent auf 77,95 Cent. Die Januar- und Februar-Kontrakte
gaben zum vierten Mal in Folge um die jeweils maximal möglichen 5 Cent
ab. Inzwischen hat die Regierung zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die Verarbeitung von Rindfleisch erlassen. So ist die Verwertung von Knochen und Gerippe von kranken Kühen für den menschlichen Verzehr jetzt verboten. Die Verarbeitung von Hirn- und Nervengewebe wurde den strengeren Richtlinien Kanadas angepasst. Die USA exportieren jährlich Rindfleisch im Wert von über 3 Milliarden $. 30. 12. 03 Preis Lebendrind Dez. 2010: 105 Cent/Pfund |
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Bilder: NETSCHOOL
| NZZ
Aus Furcht vor einer Zuspitzung der Lage in Südafrika
zieht der Platinpreis die Aufmerksamkeit auf
sich. Im vergangenen Jahr war die von 2,63 Millionen auf 2,81 Millionen
Unzen erhöhte westliche Nachfrage zu einem wesentlichen Teil (100.000
Unzen) nur über einen Lagerabbau bei Verarbeitern und Verbrauchern gedeckt
worden. 13. Juni 1986 Der Unzenpreis stieg von 267,40 $ (12. 6. 85) über 342,25 $ (31. 12. 85) auf 450,50 $ (12. 6. 86). |
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| Studie: Platinum 1996 Platin wird für den Rest des Jahres 1996 innerhalb eines Preisbandes von 390 bis 430 $/Unze bewertet werden. 1995 stieg die Totalnachfrage nach Platin um 5 % auf 4,79 Millionen Unzen. Der Bedarf nach Schmuckplatin war mit 1,81 Millionen Unzen um 4 % höher, die Nachfrage nach Autokatalysatoren ging auf 1,85 Millionen Unzen zurück, hauptsächlich auf Grund eines geringeren europäischen Bedarfs. Aus Südafrika wurde der Weltmarkt mit 3,37 Millionen Unzen versorgt, die russischen Lieferungen stellen sich auf 1,28 Millionen Unzen, wovon 600.000 Unzen aus staatlichen Vorräten stammen. 13. Mai 1996 | |
| Rohstoff Report Der Preis für Platin ist in der letzten Woche in seiner Spitze auf ein Allzeithoch von 1.402,50 $ je Unze gestiegen. Als Spekulationserwartungen über die Auflegung eines börsennotierten Platinfonds nicht erfüllt wurden, fiel der Preis innerhalb zweier Tage wieder um 20 %. 27. Nov. 2006 März 08: 2.300 $ / Unze Dez. 10: 1.701 $ / Unze 18. Aug. 11: 1.830,- $ / Unze | |
| 5,92 Millionen Unzen Platin betrug 2009 die Weltproduktion, die Nachfrage fiel von 7,99 Mio. Unzen (2008) auf 7,04 Mio. Mittels Recycling kamen 2009 weitere 1,41 Mio. Unzen auf den Markt. Lagerstand 09/2010: 30 t (964.621 Unzen). Nach der RSA war 2009 Russland mit 11 % der WP zweitgrößter Produzent. | |
| NZZ Der Goldpreis, der mit einiger Verzögerung im September ebenfalls deutlich angezogen und dabei ein seit drei Jahren nicht mehr registriertes Niveau erreicht hatte, schwankte zuletzt nahe der 400-$-Marke je Unze. Preisstützende Effekte werden mit den Konsequenzen umfangreicher Münzprogramme in den USA und in Japan vermutet. 6. Jän. 1986 | |
| Studie: Gold 1996 ...Der Goldbedarf der Schmuckindustrie stieg auf ein Allzeithöchst von 2.749 t, was gemessen an der Minenproduktion von 2.272 t [vgl. 2007: 2.477 t] einer physischen Lücke von 477 t gleichkommt. Auch die elektronische Industrie verarbeitete mit 209 t bedeutend mehr Gold als im Vorjahr. Für das laufende Jahr, das mit einem Goldpreis von 410 $ pro Unze begonnen hatte, wagen die Analytiker von GFMS keine Prognosen. Jän. 1996 | |
| Im
Abkommen von Bretton Woods (1944) einigten sich die vertretenen 44 Staaten
auf eine Nachkriegs-Wirtschaftsordnung. Ein Punkt war die Fixierung des
Goldpreises mit dem Dollar. Sie blieb bis 1973 aufrecht:
1 Unze Gold = 35 $ |
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| Wirtschaftsblatt Den sechsten Tag in Folge notierten Goldfutures am Freitag im Plus. Das vorläufige Resultat war ein Preis von 637,3 $ je Feinunze. Der im Hintergrund ablaufende Mechanismus ist ein technischer: fällt der Dollar, steigt der Goldpreis. 27. Nov. 2006 | |
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Inflationsbereinigt kostete Gold im Mai
2007 nur halb so viel wie 1979, 1980 oder 1983, im März 2008 (1.030 $) fehlten
allerdings nur
noch 10 %. Dann gings aber rasch bergab, im November 2008 war ein Unze für
730,- $ zu haben. Minen mit Förderkosten von 800,- $ und darüber kamen in
Schwierigkeiten. Im März 2011 Unzenpreis in London: 1.422,- $. 1 Gramm Gold kostete 1976 1,1 $, 1999 8,- $, 11/2009 38,- $, 12/2010 45,- $. 1 Barren Gold wiegt 400 Unzen (12,44 kg). 3,3 Gramm Gold können zu 10 km Draht mit einem Durchmesser von 0,01 mm (1/10 eines Menschenhaares) gezogen, oder zu 1,6 m² Folie mit einer Stärke von 0,008 mm gehämmert werden. |
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Bild: WEBSCHOOL, 100kg-Goldmünze Maple Leaf, Nennwert: 1 Million Dollar Weltweiter Goldbestand 2009: 155.000 - 160.000 t (finden Platz in 4 Schwimmbecken mit Abmessungen L = 50 m B = 20 m T = 2 m), Schmuck 80.000 t, Zentralbanken ~ 29.000 t, Privat (Barren und Münzen) 25.000 t, Kunst 18.000 t, Industrie ~ 4.700 t Förderung 2010: 2.659 t Wichtigste Produzenten: China 345 t, Australien 255 t, USA 230 t, RSA 190 t, Russland 190 t, Peru 170 t, Indonesien 120 t, Ghana 100 t, Kanada 90 t, Usbekistan 90 t, Brasilien 65 t, Mexiko 60 t, Chile 40 t Fördermengen 2010 Quelle: US Geological Survey 2011 Reserven: Australien 7.300 t, RSA 6.000 t, Russland 5.000 t, Chile 3.400 t, USA 3.000 t, Indonesien 3.000 t, Brasilien 2.400 t, Peru 2.000 t, China 1.900 t, Usbekistan 1.700 t, Ghana 1.400 t, Mexiko 1.400 t, Papua-Neuguinea 1.200 t, Kanada 990 t Reserven weltweit: 50.690 t Quelle: US Geological Survey 2011 Notenbankenbestände: USA 8.134 t, D 3.408 t, I 2.452 t, F 2.445 t, China 1.054 t, CH 1.040 t, Japan 765 t, NL 613 t, Ö 280 t 12/2010 WGC |
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Am Spotmarkt wird die Lieferung
sofort fällig. Spotpreise sind
daher Tagespreise. Dabei werden an den Warenbörsen Kaufaufträge
in standardisierten Einheiten (10 t) abgeschlossen. Preis, Mindestqualität, Ort und
ein Erfüllungstermin in drei, sechs oder 12
Monaten sind fix vereinbart. Zum Zeitpunkt des Kaufs ist die Ware noch nicht
geerntet (Kaffee, Tee), gesät (Getreide), geschürft (Erze) oder
gezapft (Latex). Die Mindesthandelsgröße für
Erdöl an der NYMEX
beträgt 1.000 Barrel. Das entsprach im März 2009 einem Handelswert von
50.000 $. Der Futures-Käufer musste dafür
eine Anzahlung An der
LIFFE (London
International Financial
Futures Exchange)
kann man Kontrakte für Kaffee (in handlichen Mengen von 10 Tonnen) oder
andere Soft Commodities (Kakao, Zucker, Weizen, Mais, Rapsöl) abschließen. Wichtigster Weizenhandelsplatz für US-Farmer sind die Futures- und Optionenhandelsplattformen der Chicagoer CME-Gruppe (CME, CBOT, Nymex). Deren tägliches Handelsvolumen liegt zwischen 100.000 und 150.000 Terminkontrakten. Ein Kontrakt umfasst 5.000 Bushel. Politische Ereignisse (Streiks, Bürgerkriege,
internationale Konflikte), meteorologische Einflüsse (Frost, Überschwemmungen,
aber auch sehr gute Wachstumsbedingungen), Naturkatastrophen
(Vulkanausbrüche, Erdbeben), gezielte Gerüchte (Desinformation) und biologische Schädlinge (Pilze,
Heuschreckenschwärme) können dafür sorgen, dass sich die Börsenpreise am Erfüllungstag
von den ursprünglich vereinbarten stark unterscheiden. Im April 2007
bemühten sich sogar zwei staatliche Einrichtungen um Schaffung von
Unklarheit: In Brasilien prognostizierte das staatliche
Versorgungsinstitut CONAB für 2007/08 eine Kaffeeernte von max.
32,2 Millionen Sack (60 kg). Das Statistikamt IBGE erwartete hingegen
36,6 Millionen Sack. Nur bei 2 % aller Futures-Verträge wird der zugrunde liegende Rohstoff tatsächlich physisch geliefert! Price Surges in Food Markets, FAO, Policy Brief No. 9, 2010 Erfolgreich
angewandtes Spekulationsrezept: Bei unverhältnismäßigen Preisbewegungen wird die amerikanische Terminbörsenaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aktiv. Um Manipulationen aufzudecken, fordert sie von den Marktteilnehmer (verschiedenen Terminbörsen) die Offenlegung ihrer Informationen. Sie veröffentlicht die gesammelten Daten in Wochenabständen. Einmal pro Monat gibt es eine umfassende Auswertung auf www.cftc.gov
Warenbörsen können gegensteuern, wenn es zu
unrealistisch hohen Preisen kommt, indem sie die vom Käufer in Form von
Bargeld zu hinterlegende Sicherheitsleistungen (Margin
genannt) erhöhen. Zahlt oder liefert ein Partner zum vereinbarten
Termin nicht, springt die Börse ein. |
| Weniger riskant sind von Banken platzierte Anleihen
und Fonds, deren Mittel in Rohstoffe investiert werden. In den Printmedien wird dafür geworben. Z. B. für das Produkt der BA-CA (nachstehende Abbildung), oder die Rohstoff-Zertifikate der Investmentbank GOLDMAN SACHS. |


| Die größten
Warenbörsen
befinden sich in wichtigen Erzeuger- oder Verbraucherstaaten: New York (Gold, Platin, Palladium, Silber, Zink, Kakao, Baumwolle, Gummi, Kaffee [Arabica], ...), Chicago (Getreide, Gold, Silber, Fleisch), London (Kakao, Grund- oder Basismetalle [Kupfer, Nickel, Blei, Aluminium, Zink], Kaffee [Robusta], Gummi...), Liverpool (Baumwolle), Kobe (Gummi, Seide, Getreide), Sao Paulo (Baumwolle, Kaffee, Soja). Die täglichen
Börsenseiten in den wichtigen Wirtschaftsblättern führen die Börsen mit
ihrer Abkürzung an: |
Rohwaren - Preisentwicklung
| Produkt | Einheit | 1985 | 1990 | 1995 | 2000 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
| Aluminium | $/Tonne | 1.152 | 1.640 | 1.656 | 1.560 | 1.344 | 1.555 | 1.964 | 2.285 | 2.833 | 2.422 | 1.497 | 2.242 | 2.461 | 1.970 |
| Baumwolle | Cent/Kg | 87 | 132 | 180 | 132 | 112 | 147 | 98 | 114 | 120 | 143 | 115 | 156 | 338 | 166 |
| Gold | $/Unze | 321 | 384 | 378 | 274 | 342 | 407 | 443 | 513 | 635 | 836 | 865 | 1.104 | 1.410 | 1.574 |
| Kaffee | $/Tonne | 3.504 | 1.970 | 2.103 | 630 | 780 | 716 | 737 | 1.171 | 1.590 | 1.866 | 1.720 | 1.332 | 2.097 | 1.810 |
| Kakao | $/Tonne | 2.689 | 1.270 | 1.467 | 1.136 | 2.400 | 1.595 | 1.535 | 1.658 | 1.617 | 2.080 | 1.781 | 3.829 | 3.126 | 2.138 |
| Kupfer | $/Tonne | 1.539 | 2.660 | 2.995 | 1.808 | 1.534 | 2.201 | 3.225 | 4.584 | 6.380 | 6.771 | 2.935 | 7.377 | 9.739 | 7.554 |
| Rohöl | $/Fass | 27 | 23 | 19 | 27 | 30 | 32 | 43 | 61 | 61 | 96 | 44 | 79 | 91 | 99 |
| Silber | Cent/Unze | 588 | 482 | 514 | 463 | 480 | 565 | 703 | 889 | 1.193 | 1.492 | 1.129 | 1.684 | 3.093 | 2.792 |
| Weizen | $/Tonne | 180 | 135 | 265 | 143 | 208 | 249 | 204 | 224 | 331 | 580 | 406 | 362 | 531 | 436 |
| Zucker | Cent/Kg | 10 | 28 | 23 | 20 | 14 | 12 | 18 | 30 | 23 | 22 | 24 | 60 | 71 | 51 |
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Verbraucherpreisindex von 1986 bis 2009 in 10-Jahresschritten |
Kurse + Preise am 30. Dezember des jeweiligen Jahres | ||||||||||||||
| Häufig werden Rohwaren nicht im
metrischen System, sondern in Säcken, Ballen, Gallonen, ... gehandelt.
Allein schon wegen des unterschiedlichen spezifischen Gewichts der Produkte
sind Raummaße (Scheffel, Sack, ...) für Nicht-Insider wenig aussagekräftig. Zum besseren Verständnis ein paar Umrechnungszahlen: |
| Maß | Abkürzung | Deutsche Bezeichnung | metrisch |
| US bushel | US bu | amerikanischer Scheffel | 35,239 Liter |
| UK bushel | UK bu | britischer Scheffel | 36,368 Liter |
| US bushel corn | bu | Scheffel Mais | 25,401 kg |
| US bushel oats | bu | Scheffel Hafer | 14,514 kg |
| US bushel soybeans | bu | Scheffel Sojabohnen | 27,215 kg |
| US bushel wheat | bu | Scheffel Weizen | 27,215 kg |
| US hundredweight | cwt | amerikanischer Zentner | 45,359 kg |
| UK hundredweight | UK cwt | britischer Zentner | 50,802 kg |
| pound | lb | Pfund (GB + US) | 0,4535 kg |
| bale | b | Ballen Baumwolle | 216,81 kg |
| ounce | oz | Unze | 28,349 g |
| troy ounce | oz tr | Feinunze | 31,103 g |
| US gallon | US gal | amerikanische Gallone | 3,7854 Liter |
| barrel | bbl | amerikanisches Fass Öl | 158,98 Liter |

| Rund 100 Millionen Ballen (zu je 60 kg) beträgt die jährliche Weltproduktion von Baumwolle. Größter Produzent ist China (25 %), gefolgt von den USA (20 %), Indien + Pakistan (22 %), Brasilien + Usbekistan + Westafrika (20 %) und Sonstigen (13 %). |
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| China ist auch der bedeutendste Verbraucher und hat 2006 für seine
Textilindustrie 18 Millionen Ballen auf dem Weltmarkt eingekauft. Das war
fast die gesamte verfügbare Menge. Fast 45 Millionen Ballen werden in
China verarbeitet, prognostizierte jährliche Zunahme mindestens 10 %. 1983 betrug der Weltverbrauch 67 Millionen Ballen, die Produktion 70 Millionen. Trotz eines Angebotsüberhangs wurde die Baumwolle zu einem Marktpreis von 148 Cent pro Kilogramm gehandelt. Preis 10/2006: 116 Cent 1995 wurde der bis heute unerreichte Höchstpreis erzielt (Tabelle oben: Rohwaren-Preisentwicklung). Die Nachfrage lag etwas über dem Angebot von 86 Millionen Ballen. Kein landwirtschaftliches Produkt braucht so viel Wasser und Dünger wie Baumwolle. Das hat in ehemaligen Anbaugebieten (frühere Sowjetunion) zu ökologischen Katastrophen geführt: WASSER |
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| "Bis zu 40 % der Maisernte in den USA und rund die Hälfte der Zuckerernte in Brasilien landet inzwischen in den Autotanks" |
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Dr. Frank
Schallenberger, Landesbank Baden-Württemberg. |
| Die größten Zucker-Produzenten
(Brasilien, Indien, EU, China) sind zugleich auch die größten
Verbraucher (Indien, EU, China, Brasilien; Brasilien und die EU zudem
noch die bedeutendsten Exporteure. Die EU produziert den teuersten Zucker, die Gemeinschaft zahlt ihren Bauern den dreifachen Weltmarktpreis, ermöglicht durch gewaltige Subventionen aus den EU-Steuertöpfen. Das war der Grund, warum die EU 2005 vor das WTO-Schiedsgericht musste. |
| An der CME
(Chicago Mercantile Exchange) werden Terminkontrakte
für Milch- und
Milchpulver
abgeschlossen. Die Produkte wechseln zum vereinbarten Termin nicht
körperlich den Besitzer, es kommt lediglich zur Zahlung des
Differenzbetrags zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis in bar. Der Preis wird in Dollar / hundert Pfund (100 lb = 45,3 kg) angegeben und lag im Juli 2008 bei 18 $. Das bisherige Allzeithoch war 2007 mit 21,5 $ erreicht. Europäische Milchbauern und ihre Abnehmer können seit Herbst 2008 an der EUMIX
Landwirtschaftliche Produkte unterliegen nicht den
Bedingungen des freien Marktes. In den letzten Jahren haben besonders
die EU-Staaten und in sehr geringem Ausmaß auch die USA - alle gegen den
Widerstand ihrer Bauern - die Fördermittel reduziert. Die weltweit stark
zunehmende Nachfrage bei fast allen Agrarerzeugnissen führt zu
steigenden Preisen, das tut den Erträge der Produzenten gut und lässt
sie den Verlust der Subventionen leichter verschmerzen. Milch +
Milchprodukte haben ein langes Förder-Sündenregister. |
| Momentane, dramatische
Preisausschläge zeichnen auf dem Rohwarenmarkt ein sehr unscharfes,
falsches Bild. Erst über einen längeren Zeitraum betrachtet,
lassen sich Preistrends ablesen. Dazu dienen die Indexkonzepte, die in
Bezug auf Rohstoffzusammenstellung und deren Gewichtung stark voneinander
abweichen. Der CRB-Index (Commodities-Research-Bureau; 1957 von Reuters zusammengestellt, Namensänderung 2005 auf Reuters/Jeffries CRB-Index) ist eine Art Warenkorb für Rohstoffe. Nach einer festgelegten Gewichtung sind in ihm 19 Rohstoffe enthalten: Fleisch - Rinder, Schweinebäuche (mit 7 Prozent) Edelmetalle - Gold, Platin, Silber (7 Prozent) Soft Commodities - Kakao, Kaffee, Zucker, Orangensaft, ... (21 Prozent) Energie - Rohöl, Heizöl (33 Prozent) Erdgas (6 Prozent) Getreide - Hafer, Sojaschrot, Weizen (13 Prozent) Industriemetalle - Kupfer, ... (13 Prozent) Der
Reuters/Jeffries CRB-Non
Energie Index ist ein Mix aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen
und Metallen (Getreide, Soja, Lebendrinder, Cu, Al, Au, Zucker, Baumwolle,
Kaffee).
Bei seiner Gründung enthielt der CRB-Index
sogar 28 Rohstoffe, darunter Zwiebel, Eier, Kartoffel, Schweinefett, ... 24 Rohstoffe, gegliedert in drei
Bereiche (Energie, Metalle, Landwirtschaftsprodukte) umfasst der
GSCI-Index.
(Goldmann-Sachs-Commodities-Index,
1991 von Goldmann & Sachs auf Kundenwunsch aufgelegt).
Der Energieanteil liegt mit 78,5 % sehr hoch, 9,5 % beträgt der
Agraranteil, dazu kommen 4,4 % Vieh, 1,6 % Edelmetall, 6 %
Industriemetalle. Ein neueres Indexpaket - es besteht aus nur sechs Rohstoffen: WTI Rohöl, Heizöl, Aluminium, Gold, Mais und Weizen - hat die Deutsche Bank mit ihrem DBLCI (DB Liquid Commodity) entwickelt. Das jüngste Indexpaket kommt von der Credit Suisse. Ihr CSCB (CS Commodities Benchmark Index) wird in monatlichen Abständen in seiner Zusammensetzung der Marktsituation angepasst. Die Indizes erlauben ein finanzielles Engagement in mehrere Rohwaren gleichzeitig. Die Gefahr, wie im Futures-Handel den Rohstoff bei Kontraktende auch wirklich geliefert zu bekommen, besteht beim Investieren in Indizes nicht. |
|
Strategische Rohwaren (Nebenmetalle)
Nebenmetalle werden nicht an Börsen gehandelt. Wenige
spezialisierte Händler versorgen die Industrie. Metallische Rohstoffe wie Tellur,
Yttrium, Strontium,
Germanium, Indium,
Gallium und Rhenium
werden weltweit nur im Kilogrammbereich produziert. Selbst bei einem
etwas verbreiteteren Rohstoff wie Cadmium
kann mit einem Aufwand von 50 Millionen Euro die gesamte
Jahresweltproduktion aufgekauft werden. Russland ist der dominierende Titan-Erzeuger. Das Metall wird in der Luftfahrtindustrie benötigt. So erwarb z. B. im April 09 Airbus bei der russischen Staatsfirma Rostechnoilogii Titan im Wert von 4 Mrd. $. Die Hälfte der Kobaltreserven befinden sich in Kongo (früher Zaire). Kobalt wird als Legierungsmetall für Flugzeugtriebwerke und für aufladbare Batterien (in Mobiltelefonen, Laptops, Digitalkameras, Fahrzeugen mit Hybridantrieb) benötigt. 2006 kostete eine Tonne 35.200 US$, 2008 schon ~90.000 US$.
Lithium gewinnt rasant an Bedeutung.
Überwiegende Verwendung findet es derzeit in Akkus von Notebooks und
Mobiltelefonen. Lithium-Ionen-Batterien
versorgen Hybrid- und Elektroautos mit
Energie, was den Preis für diesen Rohstoff in lichte Höhen
treiben könnte. Eine Lagerstätte mit rund 18 Millionen Tonnen und einem Lithiumgehalt von 1,6 % befindet sich auf der Koralm (Ö). Angeblich das größte Vorkommen in Europa. Abbaukosten pro Tonne in Bolivien ~5.000,- $, in Chile ~2.000,- $
6/2010 Der Preis für
Molybdän hat sich zwischen 2000 und 2007
verachtfacht. Das Nebenprodukt der Kupferförderung, wichtiges
Legierungsmetall zur Härtung von Stahl für Ölpipelines, Reaktorgefäße,
Produkte der Bau- und Rüstungsindustrie, Motor- und Flugzeugbestandteile wurde im 2. Quartal 2008 um 38
$/Pfund gehandelt.
2001 waren für eine Unze
Palladium 1.070 $ zu bezahlen. 2010
bewegte sich der Preis zwischen 680 $ und 860 $. 2011 begann Russland
seine während der Finanzkrise aufgebauten Reserven abzubauen. Analysten
rechnen, dass zuerst 550.000 Unzen und 2012 weitere 350.000 Unzen in den
Handel kommen. Russlands Vorräte wären dann fast aufgebraucht, dennoch
werden dem Markt 480.000 Unzen fehlen. Langfristig wird mit einem
Unzenpreis von 1.160 $ gerechnet. Quelle:
RohstoffReport 1411 Juli 2011 Rhodium vollführt beeindruckende Preissprünge siehe weiter unten "Preisentwicklung". Seine überwiegende Verwendung als Autokatalysator erklärt aber nur teilweise die starken Preisausschläge. Schwache Autoverkäufe - "billiges" Rhodium. Von knapp 10.000 $ / Unze im Juni 2008 ging es innerhalb von acht Wochen runter auf 4.600 $ / Unze. Weltweit werden jährlich bescheidene 800.000 Unzen gefördert.
Tantal ist unverzichtbarer Bestandteil der
in Handys, Computern und Flachbildschirmen verwendeten
Mini-Kondensatoren. Das Metall (SMP 3.000 Grad, doppelt
so biegsam, haltbar + dicht wie Stahl) ist im Erz
Coltan enthalten. Hauptproduzent ist
Australien (2009: 560 t), gefolgt von Brasilien
(2009: 180 t), Demokratische Republik Kongo
(2009: 100 t), Ruanda (2009: 100 t)
und Kanada (2009: 40 t). Der Wolfram-Markt wurde ab Ende der 80er Jahre vom größten Produzenten, China, dominiert. Mit Dumpingpreisen schlug China den überwiegenden Teil der Konkurrenten aus dem Feld. Die rasant zunehmende Stahlproduktion - Wolfram ist ein wichtiges Legierungsmetall bei der Stahlhärtung - ließ auch den Wolframbedarf steigen. In der Folge stellte China zunächst die Export-Subventionen für Wolfram ein, seit 2007 wird Wolfram sogar mit einer Export-Steuer belegt, weil das Land als größter Stahlverbraucher seine Wolfram selbst benötigt. Der stark gestiegene Preis für Wolfram (Juni 2007: 12 $ / Pfund) macht den Abbau in westlichen Staaten wieder lohnend. |
| Metall | Verwendung | Herkunftsländer (%-Anteil an der Weltproduktion) |
| Antimon: | Hartmetalle, Akkumulatoren, Chemikalien | Bolivien (24), Südafrika (20), China (15) |
| Cadmium: | Metallurgie, Galvanisationstechnik | GUS (16), Japan (12), USA (10) |
| Chrom: | Edelstahl, Feuerfestindustrie, Turbinen, Magnetbänder | Südafrika (45), Kasachstan (17), Indien (15) |
| Gallium: | Halbleiter, Brennstoffzellen, Legierungen | China (83), Japan (17) |
| Germanium: | Halbleiter, Transistoren, Katalysator, optische Industrie | China (79), USA (14), Russland (7) |
| Indium: | Elektro-, Nuklearindustrie LCD-Bildschirme, Solarzellen | China (58), Südkorea (13), Japan (11) |
| Kobalt: | Hochtemperaturlegierungen, Akkus | Kongo (45), Sambia (11), Kanada (12) |
| Lithium: | Elektronik, Glasindustrie, Metallurgie, Batterien | Bolivien/Chile (44), Australien (25), China (13) |
| Magnesium: | Leichtmetallindustrie, chem. Industrie | USA (48), GUS (24), Norwegen (14) |
| Mangan: | Stahlindustrie, Maschinenbau | GUS (37), Südafrika (22) |
| Molybdän: | Legierungen, Schmiermittel | Chile (12), Kanada (11), GUS (10) |
| Niob: | Stahlindustrie, Maschinenbau | Brasilien (83), Kanada (11) |
| Palladium: | Computer, Handys, TV-Geräte | Russland (41), Südafrika (39), Kanada (6) |
| Platin: | Computer, Handys, TV-Geräte, Schmuck | Südafrika (77), Russland (13), Kanada (4) |
| Quecksilber: | Elektro-, Chemie-, Pharmaindustrie | GUS (27), Spanien (26), USA (18) |
| Rhodium | Kfz-, Elektronik-, Glas- Chemieindustrie | Südafrika (87), Russland (9) |
| Selen: | Elektro-, Keramik-, Glasindustrie | Japan, Kanada, USA |
| Tantal: | Elektronik, Spezialstahl, AKW, Raketen | Australien (53), Brasilien (22), Ruanda (9) |
| Vanadium: | Edel- und Werkzeugstähle | Südafrika (38), China (33), Russland (27) |
| Wismut: | Pharmaindustrie, Maschinenbau | Australien (24), Mexiko (20) |
| Wolfram: | Stahlerzeugung, Maschinenbau, Lampen | China (80), GUS, Kanada |
| Zirkon: | Feuerfest-, Nuklearindustrie | Australien, Südafrika, USA |
| Im Feber 2011 hat die
EU ihre
Versorgungssicherheit bei 14 Rohstoffen als
KRITISCH eingestuft. Es sind dies: Antimon, Beryllium, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Magnesium, Kobalt, Niob, Fluorit, Platinmetalle, Seltene Erden, Tantal, Wolfram. Die Welthandelsorganisation WTO hält in einem Urteil (Juli 11) Chinas restriktive Ausfuhrbestimmungen bei neun Rohstoffen als unvereinbar mit ihren Regeln. |
| Strategische Metalle - Preisentwicklung | ||||||||
| Produkt | Einheit | 2001 | 2003 | 2005 | 2007 | 07/2008 | 06/2010 | 06/2011 |
| Antimon | $/Tonne | 1.488 | 2.450 | 3.850 | 5.700 | 6.300 | 9.600 | |
| Arsen | $/lb | 0,41 | 0,45 | 0,50 | 0,85 | 0,85 | ||
| Cadmium | $/lb | 0,40 | 0,53 | 2,0 | 3,55 | 3,20 | 2,10 | 1,90 |
| Chrom | $/Tonne | 4.166 | 3.650 | 6.950 | 8.000 | 12.500 | 4.400 | |
| Gallium | $/kg | 433 | 250 | 325 | 737 | 550 | 475 | |
| Germanium | $/kg | 571 | 295 | 400 | 865 | 1.045 | 950 | |
| Indium | $/kg | 70 | 335 | 866 | 550 | 663 | 640 | 790 |
| Iridium | $/Feinunze | 405 | 87 | 193 | 440 | 445 | ||
| Kobalt | $/lb | 7,9 | 20 | 13 | 30 | 44 | 23 | 19,5 |
| Magnesium | $/Tonne | 1.369 | 1.815 | 1.534 | 3.350 | 6.000 | 2.950 | |
| Mangan | $/Tonne | 903 | 1.675 | 1.500 | 3.150 | 3.000 | 2.950 | |
| Molybdän | $/kg | 6,6 | 17 | 69 | 74 | 79 | 34 | 16,50 |
| Quecksilber | $/Tonne | 150 | 165 | 850 | 550 | 550 | ||
| Rhodium | $/Feinunze | 981 | 523 | 3.017 | 6.300 | 9.660 | 2.970 | 2.050 |
| Ruthenium | $/Feinunze | 106 | 41 | 87 | 540 | 293 | ||
| Selen | $/lb | 3,6 | 8,5 | 49 | 35 | 33 | 37 | 80 |
| Tantal | $/lb | 42 | 40 | 40 | 45 | 44 | ||
| Titanium | $/kg | 6,7 | 6,2 | 25 | 20 | 7,00 | 7,60 | |
| Wolfram | $/kg | 5,8 | 7,1 | 31 | 33 | 37 | ||
| Vanadium | $/kg | 6,6 | 10,6 | 46 | 39 | 75 | ||
| Wismut | $/lb | 3,0 | 2,9 | 4,8 | 13 | 14 | 10 | 11,5 |
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Quellen: siehe verlinkte Logos unten, ... Preise 1. HJ oder am 30. Dezember des jeweiligen Jahres |
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| Bloomberg KOREA plant Aufbau strategischer Bestände: Die staatliche Korea Resources Corp. will in den nächsten 10 Jahren Metalle kaufen, um Lagerbestände aufzubauen. Die geplanten Bestände sollen den südkoreanischen Bedarf etwa an Chrom, Molybdän und Palladium für zwei Monate sichern. 5. Juni 2007 |
| Lange hat´s gedauert. Am 17. Juni 2010(!) gab die EU-Kommission bekannt, dass sie den Bezug bestimmter Mineralien künftig durch eine integrierte Außen-, Handels- und Entwicklungspolitik sichern will. Von den 14 angeführten Rohstoffen kommen 9 überwiegend aus China: ANTIMON, BERYLLIUM, KOBALT, FLUORIT, GALLIUM, GERMANIUM, GRAPHIT, INDIUM und MAGNESIUM. Die restlichen 5 sind: NIOB, PLATINMETALLE, SELTENE ERDEN, TANTAL und WOLFRAM. |
| Mit der Entwicklung neuer Technologien ist in den
letzten Jahren Nachfrage nach einer bisher wenig beachteten
Rohstoffgruppe entstanden:
SELTENE ERDEN. Es sind dies 17 Metalle,
Scandium, Yttrium und die
Lanthanoiden
(15 metallische Elemente, die im Periodensystem aufeinander folgen: Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym,
Promethium, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium,
Erbium, Thulium, Ytterbium, Lutetium). Der Verbrauch ist so stark
gestiegen, dass der Bedarf kaum noch gedeckt werden kann. Die
Weltproduktion von 120.000 t kommt zu 95 % aus China, das in wenigen
Jahren seine Förderung zur Gänze selbst benötigen wird. Investitionen in
die Erschließung der Vorkommen in Australien und Kalifornien werden für
eine Angebotszunahme sorgen, beliebig ausweiten kann man den Abbau
allerdings nicht, zu gering ist der Anteil der
Lanthanoiden an der
Erdkruste. Der Grund, weshalb sie auch als
SELTENE ERDEN bezeichnet werden. Die Elemente werden in der Hochtechnologie (Magnete, Glasfaserkabel, besonders leistungsstarke Batterien, Monitore, Katalysatoren, Stahlveredlung, Atomkraftwerke, Röntgenapparate, Raumsonden, Radargeräte, ...) eingesetzt. Die Preisentwicklung verläuft der Nachfrage entsprechend. Von August 2007 bis August 2008 stieg der Preis bei Cerium von 3.800 $ / t auf 5.700 $ / t, bei Dysprosium von 92 $ / kg auf 115 $ / kg, bei Europium von 375 $ / kg auf 490 $. Im Oktober 2010 lag der Preis für eine Tonne Ceriumoxid bei 36.000 $, Neodym hatte sich im Halbjahresabstand von 41.000 $ auf 92.000 $ verteuert. Im Mai 2009 hat das chinesische Staatsunternehmen CNMC die Mehrheit am Weltmarktführer bei der Gewinnung von SELTENEN ERDEN, der australischen Lynas Corporation erworben. Damit kontrolliert China 97 % der Neodymvorräte. Lynas Corporation - seit 2007 ein Verlustbringer - wird Mitte 2011 mit der Förderung in den westaustralischen Mount-Weld-Vorkommen beginnen. Stand 1/2011 Im Feber 2011 stieg ein japanisches Unternehmen mit ~185 Mio. € bei Lynas Corporation ein. Damit will Japan sich in Hinkunft 2/3 seines Bedarfs sichern. Der US-Anbieter Molycorp verspricht für Ende 2011 eine Jahresproduktion von 20.000 t, in den nächsten Jahren will er 1/6 des Weltbedarfs an SELTENE ERDEN liefern. Molycorp hat die kalifornische Mountain-Pass-Mine bis 2002 betrieben und sie dann wegen Umweltproblemen geschlossen. Bei ihrem Börsengang 2010 hat Molycorp knapp 380 Mio. $ kassiert, obwohl das Unternehmen seit 2008 Verluste schreibt. Die Förderung in der Mountain-Pass-Mine soll 2012 wieder anlaufen. Stand 1/2011 Seit 2006 senkt China Jahr für Jahr seine Exporte von SELTENE ERDEN. 2010 beschloss China ein Gesetz, das für die kommenden sechs Jahre den jährlichen Export auf maximal 35.000 t (bisher 60.000 t) beschränkt. Eine Menge, die dem Bedarf Japans 2009 entsprach. Mit Juli 10 hat China seine Ausfuhr von SELTENEN ERDEN für das 2. Halbjahr um 72 % auf nur noch 7.890 t reduziert. Die Exportquoten für 2011 werden gegenüber 2010 nochmals um 11 % gesenkt. Im Oktober 2011 drehte China die Exporte gänzlich ab. Der weltgrößte Produzent von Seltenen Erden, Inner Mongolia Baotou Steel Rare Earth Group Hi-Tech, entschied, die Förderung für einen Monat einzustellen, um den Preis hochzutreiben. Japan und die USA nehmen es gelassen. Die beiden Staaten haben bereits Lager für mehrere Jahrzehnte aufgebaut. Bis 2014 soll in Kalifornien und Australien die Neuproduktion beginnen, Indien und Vietnam planen eine Produktionssteigerung. Die Nachfrage 2014 wird 190.000 t (2010: 136.000 t), das Angebot lediglich 170.000 t betragen. Schätzungen 2010 2010 wurden 26.000 t SELTENE ERDEN (Neodym, Praseodym, Dysprosium, Terbium) für die Produktion von Permanentmagneten (im Windturbinenbau verwendet) eingesetzt. Der Bedarf für 2015 wird auf 48.000 t geschätzt. Doch bis dahin hofft man, mit immer mehr Supraleitern die Permanentmagneten ersetzen. Supraleiter benötigen bei gleicher Leistung nur ein Hundertstel der Menge an SELTENEN ERDEN (Cer, Lanthan, Yttrium). Quelle: Rohstoffreport 06/11
In Schweden hat man in den Abraumgesteinen der
Eisenerzgruben 15 der 17 Seltenen Erden gefunden. Mittelfristig können
daraus rund 10 % des Weltbedarfs gedeckt werden. Geplanter
Produktionsbeginn: 2015 |
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Spezielle Schlammschichten im Südost-Pazifik enthalten reiche Vorkommen an schweren Elementen (Europium, Gadolinium, Terbium und Lutetium) der SELTENEN ERDEN. Ein 1 km² großes, 10 Meter dickes Schlammfeld könnte 20 % des Welt-Jahresbedarfs decken. Quelle: Nature Geoscience online 3. 7. 11 |
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| 75.000 Tonnen Nickel
fördert Kuba pro Jahr. Es ist damit
der Welt viertgrößter Produzent (mit 18 %
der WP war Russland 2009 Weltmarktführer). Nickel
ist Kubas wichtigster Exportprodukt, vor Zucker und Tabak. China, dass wie im eigenen Land so auch bei seinen Geschäftspartnern, keinen besonderen Wert auf die Einhaltung der Menschenrechte legt, hat die kommunistische Insel wirtschaftlich fest an sich gebunden. Kuba darf offene Schuldenrückzahlungen um zehn Jahre aufschieben und erhält 500 Millionen US$ für den Ausbau der Nickelproduktion. Damit sichert sich China langfristig einen wichtigen Rohstoff für seine rasch wachsende Industrie. Mit der gleichen Taktik hat sich China Erdölnachschub aus dem Sudan gesichert. |
| Vielfältig sind die Einsatzgebiete von
Zink. Ein Drittel der
Produktion wird für den Oberflächenschutz von
Blechen verwendet ("Verzinken"). Gut ein Viertel entfällt auf die
Messing-Erzeugung (=Legierung aus Kupfer und
Zink), ein Fünftel geht in die Herstellung von Halbzeug
(Bleche für Dächer, Regenrinnen, Wandverkleidungen). Die chemische
Industrie fertigt daraus Zinkweiß
(Farbpigment) oder Zinkoxid (für die
Vulkanisation von Kautschukprodukten, für die Elektroden in
Dünnschicht-Solarmodulen (Umwandlung der Sonnenenergie).
Zinkpulver wird für Batterien benötigt. Zink
befindet sich in Nahrungsergänzungsmitteln
(Mineralpräparate), Kosmetika (Shampoos,
Produkten für kräftiges Haar und schöne Fingernägel) und
Anti-Allergika (Zink-Histidin-Kapseln gegen
Heuschnupfen). Preisentwicklung am Seitenbeginn |
| Zinn
ist ein weiches, gut verarbeitbares Metall. Es wird hauptsächlich für
Lebensmittel- und Getränkeverpackungen so wie als Lötzinn und in der
Keramik- und Kunststofferzeugung verwendet. 70 % der Weltproduktion
entfallen auf China und Indonesien. Allerdings verarbeitet China seit
August 2007 seine gesamte Produktion (2008: ~120.000 t) selber und muss
seither zusätzliches Zinn importieren (2008 waren es ~10.000 t). Seither
sieht sich Indonesien - Produktion 2008: 80.000 t - in der angenehmen Rolle des mit Abstand größten
Exporteurs. Mit seiner restriktiven Förder- und Verkaufspolitik verhindert Indonesien den Aufbau von größeren Vorräten an der LME (seit 1877 einziger Handelsplatz für Zinn) oder bei importierenden Staaten. Dennoch halbierte sich der Zinnpreis von 25.500 $/t im Mai 08 auf 12.300 $/t im Oktober 08. Für 2010 wird eine Weltproduktion von 322.000 t und ein Bedarf von 345.500 t erwartet. |
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Die führenden Rohstoffanbieter
versuchen durch Zukäufe und Fusionen ihre dominante
Marktstellung noch zu verbessern.
Im Frühjahr 2008 hat Vale
gegenüber seinen chinesischen Kunden bei Eisenerz Preiserhöhungen zwischen
65 und 71 % vorgenommen.
Ein Glücksfall für den österreichischen
Stahlproduzenten Voestalpine ist der Besitz
des steirischen Erzbergs.
*Kokskohle
wird für die Stahlerzeugung benötigt. Einzige Alternative ist die
pulverisierte Kohle (PCI-Kohle, sie schont die Koksöfen besser und ist
umweltfreundlicher als andere Kohle),
deren bedeutendster australischer Förderer und Exporteur Macarthur Coal
(MCC) ist. Die Kohlereserve von MCC betragen 145 Mio. t, Umsatz 2009: 695
Mio. austr. $, Gewinn nach Steuern 168 Mio. austr. $.
Mehrere Fusionsvorhaben scheiterten in den
letzten Jahren: Vale wollte Xstrata übernehmen, Xstrata
versuchte sein Glück bei Anglo American, BHP Billiton
scheiterte mit Rio Tinto. |
| Um 1 lbs (1 lbs =
1US-Pfund = 0,4536 Kilogramm)
Rindfleisch zu bekommen, muss der Farmer
8,3 lbs Futtergetreide aufwenden. Die Karriere eines schlachtreifen Rindes dauert 18 bis 24 Monate. Mit einem Alter von 14 bis 18 Monaten wiegt ein Kalb zwischen 600 lbs und 800 lbs. Dann wird es als Jungrind (Feeder Cattle) bzw. Mastrind (Fed Cattle) eingestuft. Ein Mastrind kostet 1,097 US$ pro lbs , macht bei 700 lbs einen Gesamtpreis von 767,90 US$. Vier bis acht Monate später, nunmehr 1.200 lbs schwer, wird es als Lebendrind an die Schlachthäuser verkauft. Das bringt 0,934 Dollar je lbs. Macht bei 1.200 lbs Gewicht 1.200 x 0,934 = 1.120,8 US$. Alle Preise: Mai 2007 Die Futterkosten für die Gewichtszunahme betragen ungefähr 275 US$. Verbleiben dem Farmer je Tier zirka 79 $. Aktuelle Angaben Preisangaben auf der Website der Chicago Merchantile Exchange, der weltgrößten Fleischbörse: www.cme.com 40 Prozent der Kakao-Weltproduktion entfallen auf die Elfenbeinküste (Côte d´ Ivoire). Daher wirken sich Probleme in diesem Staat besonders auf den Weltmarktpreis aus. Als 1999 die Kakaopreise abstürzten, hatte das eine Wirtschaftskrise zur Folge. Ein Militärputsch führte im Dezember 1999 zum Sturz des ivorischen Präsidenten. Nach einer manipulierten Wahl kam 2000 ein neuer Präsident an die Macht. Seither herrscht Bürgerkrieg. Unterbrochen von unsicheren Waffenstillständen. 2011 wurde ein Präsident gewählt, der zuerst mal damit zu tun hatte, seinen Vorgänger, Laurent Gbago, aus dem Amt zu jagen. Im Nov. 2011 wurde Gbago an den ICC überstellt. Vom Höchststand 2010 fiel 2011 der Kakaopreis um etwa 40 %. In London auf 1.400 ₤/t, in New York auf 2.142 $/t. Dez. 2011 Mit der Elfenbeinküste (1.242.000 t), Ghana (632.000 t) und Nigeria
(240.000 t) stellt
Afrika sogar zwei Drittel der Weltproduktion. |
| Größter Handelsplatz für das zweitwichtigste
Handelsgut der Welt, Kaffee,
ist die New York Board of Trade (Nybot).
An der Nybot wird die mildere,
geschmacksintensivere Kaffeesorte, Arabica,
gehandelt. Die weniger edle, billigere Sorte, Robusta,
notiert in London. In den letzten 200 Jahren machte sein Preis den Kaffeeproduzenten ihr Auskommen mehr als unsicher. Von 1825 bis 1950 waren für ein Pfund Kaffee zwischen 10 und 30 US-Cent zu bezahlen. 1954 erklomm der Preis mit 60 US-Cent/Pfund sein bis dahin höchstes Niveau, um 1957 bis 1963 auf den tiefsten Stand - 38 US-Cent/Pfund - seit 14 Jahren zu fallen. 1962 wurde von den Produzentenländern und 21 Abnehmerstaaten der Internationale Kaffeerat (ICO, Sitz: London) gegründet. Jede Interessengruppe bekam 1.000 Stimmen, die der Bedeutung der einzelnen Staaten entsprechend aufgeteilt wurden. Aufgabe des ICO war es, den Preis durch Steuerung der Ausfuhrmengen zu regulieren. Die Mengenzuteilungen erfolgten mit Zweidrittelmehrheit. Zweites Regulierungsinstrument war eine Reduktion der Ausfuhren für alle Exportländer, wenn der Preis unter ein bestimmtes Niveau (1963 lag es bei 38 Cent/Pfund) fallen sollte. Erreicht der Preis eine Obergrenze (1963: 44 Cent/Pfund) Staaten, die ihre Exportquote überschritten, sollten von den Importeuren gemeldet und vom ICO im darauf folgenden Jahr mit einer reduzierten Quote bestraft werden. Das Quotensystem war nur wenig wirksam und brach 1989 völlig zusammen. Bis 1990 sanken die Arabica-Preise um ein Drittel, die Robusta-Preise sogar um 42 %. Angekündigte und echte Fröste, Unwetter, Schädlinge, Vergrößerung der Anbauflächen und Spekulationen sorgen für ein reges Auf und Ab der Preisbewegungen:
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Grafik: webschool |
| Den Weltmarkt teilen sich: Brasilien, Kolumbien (je 11 %), Vietnam (10 %), Indonesien (7 %), Indien, Äthiopien (je 4,3 %), Mexiko (3,7 %), Guatemala (3,4 %), Honduras (2,7 %), ... |
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Erze auf dem Meeresgrund Auf dem Boden der Weltmeere lagern
Milliarden Tonnen Manganknollen. Die drei bis 20 cm durchmessenden Klumpen
bestehen aus rund 25 % Mangan, Kupfer, Nickel, Kobalt, Molybdän, Selen,
Indium und Tellur. Die ISA (deutsch: IMB - Internationale Meeresbodenbehörde) verwaltet die Bodenschätze der Tiefsee (Meeresgrund unterhalb von 800 m Tiefe) und erteilt Lizenzen für den Tiefseebergbau. Bisher wurden nur Lizenzen für die Erforschung der Lagerstätten, nicht
jedoch für den Abbau der Vorkommen vergeben. Das soll noch bis 2020 so
bleiben. Den ersten Pachtvertrag für Tiefseebergbau schloss im Jänner 2011 das kanadische Unternehmen Nautilus Minerals mit Papua Neuguinea ab. Über einen Zeitraum von 20 Jahren ist es den Kanadiern erlaubt, in 1.600 Meter Tiefe auf einer Fläche von 60 km² exklusiv Metalle abzubauen. Das Seerechtsabkommen der UN wurde 1982 in Jamaika geschlossen und trat nach der Ratifizierung durch 60 Staaten 1994 in Kraft. Es gesteht jedem Staat mit Küsten eine 200 Seemeilen ins Meer reichende Wirtschaftszone, die Exclusive Economic Zone, zu. Die Unterzeichnerstaaten
müssen beim Tiefsee-Abbau "beste Umweltpraktiken" anwenden. |
| Tagesaktuelle Rohstoffpreise und Index-Werte gibt es auf den Seiten von ONVISTA, KITCOMETALS und dem HANDELSBLATT. Weitere Infos auf www.rohstoff-spiegel.de + www.godmode-trader.de + www.financial.de |
POLITIK ERDÖL-ERDGAS DRITTE WELT FAIRE PREISE ROHSTOFFABHÄNGIGKEIT GEWERKSCHAFTEN